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Robert M. Edsel

mit Bret Witter

Monuments Men

»Monuments Men steht in der großen erzählerischen Tradition von Stephen Ambrose. Es ist eine fabelhafte Ergänzung zu den zahlreichen großen Büchern über den Zweiten Weltkrieg und erinnert daran, dass wir für die Erhaltung der westlichen Zivilisation wie auch der Freiheit gekämpft haben. Robert Edsels brillantes Werk erzählt davon, wie eine kleine Gruppe amerikanischer Soldaten in Europa von einer Front zur nächsten hetzte, um die Kunstschätze der abendländischen Kultur zu retten, die von den Nazis geraubt worden waren. Edsels Buch ist ein Thriller im Stil von Indiana Jones, doch in diesem Fall beruht alles auf Tatsachen, und es geht um große Geschichte. Ich habe das Buch in einem Rutsch gelesen – ich konnte es nicht mehr aus der Hand legen.«

Dr. Gordon Mueller,
Leiter und Mitbegründer des
US National World War II Museum

Robert M. Edsel

mit Bret Witter

MONUMENTS

MEN

Aus dem amerikanischen Englisch

übersetzt von Hans Freundl

Residenz Verlag

Die Originalausgabe erschien unter dem Titel
„The Monuments Men. Allied heroes, Nazi thieves, and the greatest treasure hunt in history“ bei Center Street, New York.
© 2009 Robert M. Edsel

Für die deutschsprachige Ausgabe:
© 2013 Residenz Verlag
im Niederösterreichischen Pressehaus
Druck- und Verlagsgesellschaft mbH
St. Pölten – Salzburg – Wien

www.residenzverlag.at

Alle Urheber- und Leistungsschutzrechte vorbehalten.
Keine unerlaubte Vervielfältigung!

ISBN ePub:
978-3-7017-4333-9

ISBN Printausgabe:
978-3-7017-3304-0

INHALT

Vorbemerkung

Die Hauptpersonen

TEIL I

Die Mission

1     Flucht aus Deutschland

2     Hitlers Traum

3     Der Ruf zu den Waffen

4     Eine öde und leere Welt

5     Leptis Magna

6     Der erste Feldzug

7     Monte Cassino

8     »Monuments, Fine Arts and Archives«

9     Die Aufgabe

TEIL II

Nordwesteuropa

10   Die Landung am D-Day

11   Eine Begegnung im Feld

12   Die Madonna von Michelangelo

13   Die Kathedrale und das Meisterwerk

14   Van Eycks Gotteslamm

15   James Rorimer besucht den Louvre

16   Vorstoß nach Deutschland

17   Ein Ausflug an die Front

18   Der Teppich von Bayeux

19   Weihnachtsgrüße

20   Die Madonna von La Gleize

21   Der Zug

22   Die deutsche Ardennenoffensive

23   Champagner

TEIL III

Deutschland

24   Ein deutscher Jude in der US-Armee

25   Überleben in einem zerstörten Dorf

26   Der neue Monuments Man

27   George Stout und seine Landkarten

28   Kunst in Bewegung

29   Zwei Wendepunkte

30   Hitlers Nero-Befehl

31   Die 1. US-Armee überschreitet den Rhein

32   Schatzkarte

33   Enttäuschung

34   Im Berg

35   Gefallen

36   Eine denkwürdige Woche

TEIL IV

Die Leere

37   Salz

38   Schrecken und Entsetzen

39   Der Gauleiter

40   Die ramponierte Saline

41   Der letzte Geburtstag

42   Pläne

43   Hitlers Testament

44   Entdeckungen

45   Die Schlinge zieht sich zu

46   Der Wettlauf

47   Die letzten Tage

48   Der Übersetzer

49   Musik erklingt

50   Am Ende des Weges

TEIL V

Die Nachwirkungen

51   Was wirklich in Altaussee geschah

52   Die Bergung

53   Auf dem Weg nach Hause

54   Helden der Zivilisation

Die handelnden Personen

Bibliografie

Danksagung

Anmerkungen

Für meine Mutter, Tante Marilyn und meinen Sohn Diego

Zur Erinnerung an meinen Vater und meinen Onkel, A. J. Edsel, und Ron B. Wright, beide Kriegsveteranen

Und für die Monuments Men, durch deren heldenhafte Anstrengungen so vieles von der Schönheit erhalten werden konnte, derer wir uns heute erfreuen

Was immer diese Gemälde den Menschen bedeutet haben mögen, die sie vor Generationen betrachteten …, heute sind sie mehr als Kunstwerke. Heute sind sie die Symbole des menschlichen Geistes und der Welt, die die Freiheit des menschlichen Geistes hervorgebracht hat … Wenn wir diese Arbeit heute würdigen, bekräftigen wir auch die Entschlossenheit des amerikanischen Volkes, dass die Freiheit des menschlichen Geistes und des menschlichen Verstandes, welche die großen Kunstwerke der Welt und alle ihre Wissenschaften hervorgebracht haben, niemals gänzlich zerstört werden kann.

Präsident Franklin D. Roosevelt,
Festakt zur Eröffnung der National Gallery of Art, 17. März 19411

Früher schien mir die Sache doch verhältnismäßig einfacher zu sein. Da nannte man das plündern. Das stand dem Betreffenden zu, das wegzunehmen, was man eroberte. Nun, die Formen sind humaner geworden. Ich gedenke trotzdem zu plündern, und zwar ausgiebig.

Reichsmarschall Hermann Göring,
in einer Rede vor den Reichskommissaren
für die besetzten Gebiete, 6. August 19422

VORBEMERKUNG

Den meisten Menschen ist bewusst, dass der Zweite Weltkrieg der zerstörerischste Krieg der Geschichte war. Wir wissen, welch entsetzlichen Blutzoll er forderte, wir haben die Bilder von den verwüsteten europäischen Städten gesehen. Doch wer ist schon einmal durch ein großes, majestätisches Museum wie den Louvre gegangen, hat die Erhabenheit einer gewaltigen Kathedrale wie jener in Chartres gespürt oder ein großartiges Wandgemälde wie Leonardo da Vincis Letztes Abendmahl betrachtet und sich dabei die Frage gestellt: Wie konnten so viele große Monumente und bedeutende Kunstwerke diesen Krieg überstehen? Wer waren die Menschen, die sie gerettet haben?

Bedeutende Ereignisse des Zweiten Weltkriegs – Pearl Harbour, der D-Day, die Ardennenoffensive – sind ebenso Bestandteil unseres kollektiven Bewusstseins geworden wie die Namen der Bücher und Filme – Band of Brothers (Wir waren wie Brüder), The Greatest Generation, Saving Private Ryan, Schindlers Liste – und der Autoren, Regisseure und Schauspieler – Ambrose, Brokaw, Spielberg, Hanks –, die diese epischen Ereignisse und den Heldenmut, den diese Zeit hervorgebracht hat, für uns wieder zum Leben erweckt haben.

Aber was, wenn ich Ihnen nun mitteilen würde, dass es noch eine andere große Geschichte über den Zweiten Weltkrieg gibt, die noch nicht erzählt wurde, eine bedeutende Geschichte, die wesentlich mit den Kriegsereignissen zu tun hat und an der eine höchst illustre Gruppe von Helden beteiligt war, von denen Sie noch nie gehört haben? Was, wenn ich Ihnen sagen würde, dass es an den Fronten eine Gruppe von Männern gab, die im wörtlichen Sinne die Welt retteten, so wie wir sie kennen? Männer, die keine Maschinengewehre mit sich führten und keine Panzer fuhren, Männer, die keine offiziellen Repräsentanten von Staaten waren, Männer, die nicht nur begriffen hatten, wie sehr die großen kulturellen und künstlerischen Leistungen unserer Zivilisation bedroht waren, sondern die sich an die Front begaben, um dagegen etwas zu unternehmen?

Diese unbekannten Helden wurden »Monuments Men« genannt, eine Gruppe von Soldaten, die von 1943 bis 1951 in den Streitkräften der westlichen Alliierten dienten. Sie sollten ursprünglich dafür sorgen, dass die Schäden an Kulturgütern durch die kriegerischen Auseinandersetzungen möglichst gering gehalten wurden, insbesondere die Beschädigungen von Gebäuden – von Kirchen, Museen und anderen wichtigen Monumenten. Als die Alliierten im weiteren Verlauf des Krieges die deutschen Grenzen überschritten, verlagerte sich ihr Schwerpunkt darauf, bewegliche Kunstobjekte und andere bedeutende Kulturgüter aufzuspüren, die geraubt worden oder verschollen waren. Während ihrer Besetzung Europas organisierten Hitler und die Nationalsozialisten den »größten Diebstahl der Geschichte« und schafften mehr als fünf Millionen Kunstobjekte ins Reich. Die Aktivitäten der Monuments Men wurden daraufhin zur »größten Schatzsuche der Geschichte« mit all den unvorstellbaren und bizarren Geschichten, wie sie nur der Krieg hervorbringen kann. Es war auch ein Wettlauf gegen die Zeit, denn an den unglaublichsten Orten waren Zehntausende der größten Kunstwerke der Welt versteckt worden, darunter Gemälde von unschätzbarem Wert von Leonardo da Vinci, Jan Vermeer und Rembrandt sowie Skulpturen von Michelangelo und Donatello. Und einige der fanatischen Nationalsozialisten, denen diese Werke in die Hände gefallen waren, blieben entschlossen, dafür zu sorgen, dass niemand anders sie bekommen sollte, wenn das Dritte Reich sie nicht würde behalten können.

Am Ende arbeiteten ungefähr 350 Männer und Frauen aus 13 Ländern für die Sektion »Monuments, Fine Arts and Archives« (MFAA) – eine bemerkenswert geringe Zahl angesichts der Millionen von Soldaten in den kämpfenden Truppen. Doch bis zum Ende des Krieges (am 8. Mai 1945) waren nur rund 60 Monuments Men in Europa aktiv, die meisten von ihnen Amerikaner oder Briten. In dem an Kunstschätzen reichen Italien waren 20 Kulturgüterschutzoffiziere im Einsatz. In den ersten Monaten nach dem D-Day (dem 6. Juni 1944) befanden sich erst knapp ein Dutzend Monuments Men auf dem Boden der Normandie. Diese Gruppe wurde bis zum Ende der Kämpfe nach und nach auf 25 Mann verstärkt; sie hatte die anspruchsvolle Aufgabe, sich um den gesamten nordwesteuropäischen Raum zu kümmern. Ein nahezu unmögliches Unterfangen.

Ursprünglich verfolgte ich die Absicht, in diesem Buch die Geschichte der Aktivitäten der Monuments Men in ganz Europa zu erzählen, konzentriert auf die Ereignisse von Juni 1944 bis Mai 1945, und zwar anhand der Erlebnisse von acht Monuments Men, die an den Fronten im Einsatz waren, sowie denen zweier weiterer Schlüsselfiguren, eine davon eine Frau. Ich wollte mich dabei auf ihre Feldtagebücher, ihre Kriegsberichte und vor allem auf ihre Briefe stützen, die sie während des Krieges an ihre Ehefrauen, Kinder und Familienangehörigen nach Hause schickten. Weil das Manuskript dadurch viel zu lang wurde, ich aber entschlossen war, die Geschichte wahrheitsgetreu darzustellen, mussten leider die Aktivitäten der Monuments Men in Italien gestrichen werden. Ich habe mich daher auf das nordwestliche Europa beschränkt – hauptsächlich auf Frankreich, die Niederlande, Deutschland und Österreich –, auf jene Länder, die entscheidend dafür sind, dass wir die Leistungen der Monuments Men richtig einschätzen können.

Die Monuments-Offiziere Deane Keller und Frederick Hartt, beide Amerikaner, sowie der Brite John Bryan Ward-Perkins und andere erlebten Unglaubliches während ihres schwierigen Einsatzes in Italien. Bei unseren Recherchen sind wir auf aufschlussreiche und bewegende Briefe gestoßen, in denen sie sich bisweilen schier verzweifelt zeigten angesichts der enormen Verantwortung, die sie sich durch ihr Vorhaben aufgeladen hatten, die unersetzlichen Kulturgüter aus der Wiege der Zivilisation zu schützen. Die denkwürdigen Erlebnisse dieser Helden in Italien werde ich in einem späteren Buch darstellen.

Um Zusammenhänge herauszuarbeiten und die Darstellung möglichst flüssig zu gestalten, habe ich mir erlaubt, Dialoge als Stilmittel zu entwickeln, der jedoch niemals substanzielle Fragen betrifft und stets ausgiebig dokumentiert ist. Ich habe immer versucht, nicht nur die Tatsachen darzustellen, sondern auch den Persönlichkeiten und den Sichtweisen der betroffenen Menschen gerecht zu werden und zu zeigen, wie sie selbst die Ereignisse jeweils wahrgenommen haben. Rückblickend kann man erkennen, dass sich diese Wahrnehmungen deutlich von unseren Einschätzungen unterscheiden können; das ist eine der großen Herausforderungen der Geschichte. Für jegliche Fehlbeurteilung bin alleinich verantwortlich.

Im Kern ist Monuments Men eine persönliche Geschichte, eine Geschichte, die von Menschen handelt. Gestatten Sie mir dazu eine persönliche Anmerkung. Am 1. November 2006 flog ich nach Williamstown in Massachusetts, wo ich den Monuments Man S. Lane Faison Jr. treffen wollte, der im OSS (Office of Strategic Services) diente, dem Vorläufer der CIA (Central Intelligence Agency). Lane kam im Sommer 1945 nach Deutschland und begab sich sogleich nach Altaussee in Österreich, um an den Verhören der deutschen Offiziere mitzuwirken, die dort von den westlichen Alliierten interniert worden waren. Sein Hauptauftrag bestand darin, so viel wie möglich über Hitlers Kunstsammlung und seine Pläne für das sogenannte Führermuseum herauszufinden. Nach dem Krieg arbeitete Lane fast 30 Jahre lang als Kunstlehrer am Williams College und vermittelte den Studenten seine Erkenntnisse. Sein professionelles Erbe lebt weiter in seinen Studenten, vor allem in jenen, die heute große amerikanische Museen leiten: Thomas Krens (Solomon R. Guggenheim Foundation, 1988–2008), James Wood (J. Paul Getty Trust, seit 2004), Michael Govan (Los Angeles County Museum of Art, seit 2006), Jack Lane (Dallas Museum of Art, 1999–2007), Earl A. »Rusty« Powell III. (National Gallery of Art, Washingtonn D.C., seit 1992) und der legendäre Kirk Varnedoc (Museum of Modern Art, 1996–2001).

Trotz seiner 98 Jahre war Lane in bemerkenswert guter körperlicher Verfassung. Doch Gordon, einer seiner vier Söhne, hatte mich vorab gewarnt: »Vater kann nicht mehr länger als eine halbe Stunde wach bleiben. Seien Sie also nicht enttäuscht, wenn Sie in Ihrem Gespräch nicht allzu viel erfahren.« Und was für ein Gespräch es dann wurde – es dauerte fast drei Stunden! Lane blätterte mein erstes Buch, Rescuing Da Vinci, durch, einen Bildband zu Ehren der Monuments Men, und hielt gelegentlich inne, um Bilder zu betrachten, die ihn in die Vergangenheit zu entführen schienen. Immer wieder, wenn seine Erinnerungen auflebten und er eine seiner aufregenden Geschichten erzählte, zwinkerte er mit den Augen und ruderte mit den Armen, bis wir beide eine Pause brauchten. Gordon konnte es nicht glauben, und auch alle seine Brüder reagierten später ähnlich.

Als ich aufstand, um mich zu verabschieden, ging ich zu seinem Lehnsessel und streckte Lane meine Hand entgegen. Lane ergriff sie, drückte sie fest, zog mich zu sich und sagte: »Mein ganzes Leben lang habe ich darauf gewartet, Sie kennenzulernen.« Zehn Tage später, eine Woche vor seinem 99. Geburtstag, starb er. Es war der Veterans Day, ein Gedenktag, an dem in den USA und anderen Ländern an die Gefallenen des Ersten Weltkriegs erinnert wird.

DIE HAUPTPERSONEN

image Major Ronald Edmund Balfour, 1. kanadische Armee. Alter (1944): 40 Jahre. Geboren in Oxfordshire, England. Balfour, Historiker an der Universität Cambridge, war das, was man einen »Gentleman-Wissenschaftler« nennt: ein Junggeselle, der sich ganz der akademischen Arbeit widmete, ohne nach Ruhm oder einer hohen Position zu streben. Der überzeugte Protestant begann seine wissenschaftliche Laufbahn als Historiker, dann wandte er sich kirchengeschichtlichen Forschungen zu. Seine ungemein umfangreiche private Bibliothek wurde in Fachkreisen weithin bewundert.

image Schütze Harry Ettlinger, 7. US-Armee. Alter: 18 Jahre. Geboren in Karlsruhe (später nach Newark in New Jersey ausgewandert). Der deutsche Jude Ettlinger floh 1938 zusammen mit seiner Familie aus Deutschland. Nachdem er 1944 in Newark die Highschool abgeschlossen hatte, wurde er zum Militär eingezogen und blieb lange Zeit in den Mühlen der Armeebürokratie hängen, bis er schließlich Anfang Mai 1945 seine Nische fand.

image Hauptmann Walker Hancock, 1. US-Armee. Alter: 43 Jahre. Geboren in St. Louis, Missouri. Hancock war ein angesehener Bildhauer, der vor dem Krieg den renommierten Prix de Rome gewonnen und 1942 die Army Air Medal entworfen hatte. Er war ein warmherziger und optimistischer Mann, der häufig Briefe an seine große Liebe Saima Natti schrieb, die er zwei Wochenvor seiner Abreise zu seinem Einsatz in Europa geheiratet hatte. Darin betonte er immer wieder, wie viel Freude ihm seine Arbeit bereite und wie oft er von einem Haus und einem Atelier in Gloucester in Massachusetts träume, wo sie gemeinsam würden leben können.

image Hauptmann Walter »Hutch« Huchthausen, 9. US-Armee. Alter: 40 Jahre. Geboren in Perry, Oklahoma. Hutch, ein jungenhafter, gut aussehender Junggeselle, war praktizierender Architekt und Professor für Design an der Universität von Minnesota. Er war die meiste Zeit in Aachen stationiert und für den größten Teil von Nordwestdeutschland zuständig.

image Jacques Jaujard, Direktor der Französischen Nationalmuseen. Alter: 49 Jahre. Geboren in Asnières in Frankreich. Als Leiter der Französischen Nationalmuseen war Jaujard verantwortlich für die Sicherheit der staatlichen Kunstsammlungen in Frankreich während der Zeit der deutschen Besatzung von 1940 bis 1944. Er war Vorgesetzter, Mentor und Vertrauter von Rose Valland, der anderengroßen Heldin des französischen Kulturbetriebs.

image Gefreiter Lincoln Kirstein, 3. US-Armee. Alter: 37 Jahre. Geboren in Rochester, New York. Kirstein war Theaterdirektor und Förderer der Künste. Der geniale, aber auch launische und depressive Kirstein war Mitbegründer des legendären New York City Ballet und gilt als einer der bedeutendsten kulturellen Repräsentanten seiner Generation. Dennoch bekleidete er in der MFAA nur einen niedrigen Rang und fungierte als Assistent von Hauptmann Robert Posey.

image Hauptmann Robert Posey, 3. US-Armee. Alter: 40 Jahre. Geboren in Morris, Alabama. Der in ärmlichen Verhältnissen auf einer Farm in Alabama aufgewachsene Posey konnte dank eines Stipendiums des Reserve Officers’ Training Corps (ROTC) der Armee an der Universität Auburn Architektur studieren. Der Einzelgänger in der MFAA war sehr stolz auf die 3. Armee und deren legendären Kommandanten General George S. Patton Jr. Er schrieb viele Briefe an seine Ehefrau Alice und sammelte Ansichtskarten und andere Souvenirs für seinen Sohn Dennis, den er »Woogie« nannte.

image Leutnant James J. Rorimer, Communications Zone und 7. US-Armee. Alter: 39 Jahre. Geboren in Cleveland, Ohio. Rorimer galt in der Museumsszene gewissermaßen als Wunderkind und brachte es schon in jungen Jahren zum Kurator des Metropolitan Museum. Der Experte für mittelalterliche Kunst trug maßgeblich zur Gründung der Mittelaltersammlung des Metropolitan Museum, The Cloisters, bei, die dank der finanziellen Unterstützung des berühmten Mäzens John D. Rockefeller Jr. verwirklicht werden konnte. Er war in Paris stationiert. Durch seinen eisernen Willen, seine Aufopferungsbereitschaft und seine Liebe für alles Französische gewann er die Zuneigung von Rose Valland. Ihre Beziehung spielte eine wichtige Rolle bei der Suche nach den Verstecken der Kunstschätze. Aus seiner Ehe mit Katherine, ebenfalls Mitarbeiterin des Met, ging die Tochter Anne hervor, die geboren wurde, als Rorimer im aktiven Dienst war; er sah sie erst nach mehr als zwei Jahren.

image Oberleutnant George Stout, 1. US-Armee und 12. US-Armeegruppe. Alter: 47 Jahre. Geboren in Winterset, Iowa. Stout, eine der maßgeblichen Persönlichkeiten auf dem bis dahin weitgehend unbekannten Gebiet der Erhaltung und Restaurierung von Kunstwerken, war einer der ersten Amerikaner, die begriffen, welche Bedrohung von den Nationalsozialisten für das kulturelle Erbe Europas ausging, und drängte die Vertreter der Museen und die Armee, eine professionelle Einheit zum Schutz von Kunstwerken und Kulturgütern aufzubauen. Als Feldoffizier war er der Experte, an den sich alle übrigen Monuments Men in Nordwesteuropa wandten, und darüber hinaus ihr Vorbild und ihr Freund. Stout, ein eleganter Mann mit gewinnendem Auftreten, der sich im Feld durch seine Sorgfalt und Bedachtsamkeit hervortat, war ein Veteran des Ersten Weltkriegs. Er ließ seine Frau Margie und seinen kleinen Sohn in Amerika zurück. Sein ältester Sohn diente in der US-Marine.

image Rose Valland, Verwalterin des Jeu de Paume. Alter: 46 Jahre. Geboren in Saint-Etienne-de-Saint-Geoirs in Frankreich. Rose Valland war in bescheidenen Verhältnissen in der französischen Provinz aufgewachsen, und es sah zunächst überhaupt nicht danach aus, dass sie einmal eine Heldin der französischen Kunstwelt werden würde. Sie arbeitete schon länger als unbezahlte Freiwillige im nicht weit vom Louvre gelegenen Museum Jeu de Paume, als Paris von den Deutschen besetzt wurde. Die unscheinbare, aber entschlossene Frau gewann das Vertrauen der Deutschen im Jeu de Paume und spionierte sie in den vier Jahren der Besatzung aus. Nach der Befreiung von Paris trugen die geheimen Informationen, die sie geliefert hatte, entscheidend dazu bei, dass die in Frankreich geraubten Kunstwerke wieder aufgespürt werden konnten.

TEIL I

DIE MISSION

1938–1944

 

Wir haben einen weiten Weg vor uns. Die Männer, die dies bewerkstelligen können, werden so sicher ausgewählt werden, wie die Sonne jeden Morgen aufgeht. Falsche biografische Angaben, Oberflächlichkeit oder Blendung werden aufgedeckt und aussortiert werden. Solide, gesunde Führungskraft ... und der eiserne Wille, sich Gefahren und wachsenden Aufgaben zu stellen, ohne zurückzuschrecken, werden stets einen Mann kennzeichnen, der in einer entschlossenen, herausragenden Kampfeinheit dient. Darüber hinaus muss er über eine verdammt gute Vorstellungsgabe verfügen – ich bin immer wieder erstaunt über den Mangel an Fantasie ... Und schließlich muss der Mann imstande sein, sich selbst und sein persönliches Schicksal hintanzustellen. Ich habe zwei ranghohe Soldaten entlassen, weil sie sich über »Ungerechtigkeit«, »Unfairness«, »Prestige« und weiß der Teufel was sonst noch zu sorgen begannen.

Oberbefehlshaber General Dwight D. Eisenhower, in einem Brief an General Vernon Prichard, 27. August 19423

Ich glaube, wir haben einiges geleistet, schon gleich am Anfang, weil uns niemand kannte und uns niemand behinderte – und weil wir kein Geld hatten.

John Gettens, Fogg Museum Conservation Department, über wichtige wissenschaftliche Erkenntnisse, die er zusammen mit George Stout in den Jahren 1927 bis 1932 gewonnen hatte.4

 

 

DIE MONUMENTS MEN

Die Monuments Men waren eine Gruppe von Männern und Frauen aus 13 Ländern, die sich freiwillig für den Dienst in der neu geschaffenen Sektion Monuments, Fine Arts and Archives (MFAA) gemeldet hatten. Die meisten der ersten Freiwilligen hatten berufliche Erfahrungen als Museumsleiter, Künstler, Architekten und Archivare. Ihre Berufsbeschreibung war sehr einfach: Sie sollten während der kriegerischen Auseinandersetzungen möglichst viel von der europäischen Kultur retten.

Die Einrichtung der Sektion MFAA war ein bemerkenswertes Experiment. Es war eines der ersten Male, dass eine Armee einen Krieg führte, während sie zugleich versuchte, die Schäden an Kulturgütern so weit wie möglich zu beschränken. Diese Abteilung war weder angemessen mit Transportmitteln, Material und Personal ausgestattet noch gab es ein historisches Vorbild. Oberflächlich betrachtet waren die Männer, die mit dieser Aufgabe betraut wurden, alles andere als Helden. Die meisten der ungefähr 60 Leute, die bis Mai 1945 auf den Schlachtfeldern in Nordafrika und Europa zum Einsatz kamen, waren mittleren Alters und durchschnittlich 40 Jahre alt. Der Älteste war 66, ein »alter und unverwüstlicher«5 Veteran des Ersten Weltkriegs; nur fünf Männer waren noch in den Zwanzigern. Die meisten hatten bereits eine Familie gegründet und beruflich Karriere gemacht. Aber sie hatten sich alle bewusst dafür entschieden, durch ihre Mitarbeit in der MFAA die Kriegsziele zu unterstützen, und sie waren bereit, für ihre Überzeugungen zu kämpfen und zu sterben. Ich bin stolz, sie Ihnen vorstellen zu können und Ihnen ihre Geschichte zu erzählen, so gut ich es vermag.

1

FLUCHT AUS DEUTSCHLAND

Karlsruhe
1715–1938

Die Stadt Karlsruhe im Südwesten Deutschlands wurde 1715 vom Markgrafen Karl Wilhelm von Baden-Durlach gegründet. Einer Legende zufolge war Karl Wilhelm eines Tages allein im Wald unterwegs. Dort schlief er ein und träumte von einem Schloss, das von einer Stadt umgeben war. Seine bisherige Residenz in Durlach hatte er nach einer Auseinandersetzung mit der örtlichen Bürgerschaft aufgegeben. Karl Wilhelm, stets zuversichtlich in die Zukunft blickend, ließ seine neue Stadt strahlenförmig anlegen; sein Schloss wurde in die Mitte gestellt, und 32 Straßen führten zu ihm wie die Speichen eines Rades. Wie in seinem Traum entwickelte sich rasch eine Stadt um sein Schloss herum.

Da er die neue Stadt zu einem regionalen Machtzentrum auszubauen hoffte, lud Karl Wilhelm jedermann ein, sich hier niederzulassen, ungeachtet seiner rassischen Zugehörigkeit oder seiner Religion. Dies war ein seltener Luxus, insbesondere für Juden, die meist nur in rein jüdischen Vierteln wohnen durften. Um 1718 wurde in Karlsruhe eine jüdische Gemeinde gegründet. Im Jahr 1725 zog ein jüdischer Kaufmann namens Seligmann aus Ettlingen hierher, einer Nachbarstadt, in der seine Familie seit 1600 gelebt hatte. Seligmanns Geschäfte liefen gut in Karlsruhe; erst 1752, als sich die Stadt bereits als bedeutende Regionalmacht verstand, wurden gegen die Juden gerichtete Gesetze erlassen. Um 1800, als die deutsche Bevölkerung per Gesetz verpflichtet wurde, einen Nachnamen zu führen, entschlossen sich Seligmanns Nachkommen, sich den Familiennamen Ettlinger zuzulegen, nach der Stadt ihrer Vorfahren.

Die bedeutendste Straße in Karlsruhe war die Kaiserstraße, und in dieser Straße eröffnete die Familie Ettlinger 1850 ein Damenbekleidungsgeschäft. Juden durften kein Ackerland besitzen. Berufszweige wie Medizin, das Rechtswesen oder die staatliche Verwaltung waren ihnen grundsätzlich zugänglich, wenngleich sie dabei offen benachteiligt wurden, während die Handwerkerzünfte wie etwa die Klempner oder die Zimmerer sie nicht aufnahmen. Daher verlegten sich viele jüdische Familien auf den Einzelhandel. Das Geschäft der Gebrüder Ettlinger war nur zwei Häuserblocks vom Schloss entfernt, und Ende der 1890er-Jahre wurde es dank der Patronage durch eine Nachfahrin Karl Wilhelms, der Großherzogin Hilda von Baden, der Ehefrau Friedrichs II. von Baden, zu einem der elegantesten Geschäfte in der Region. Anfang des 20. Jahrhunderts besaß der Laden vier Stockwerke mit Verkaufsflächen und hatte 40 Angestellte. Der Großherzog und seine Frau mussten 1918 abdanken, doch selbst der Verlust ihrer Förderin tat dem geschäftlichen Erfolg der Familie Ettlinger keinen Abbruch.

Im Jahr 1925 heiratete Max Ettlinger Suse Oppenheimer, deren Vater Textilgroßhändler im nahe gelegenen Bruchsal war. Sein wichtigster Handelsartikel waren Uniformstoffe für Staatsbedienstete wie etwa Polizisten und Zollbeamte. Die jüdische Familie Oppenheimer, die ihre Wurzeln in der Stadt bis auf das Jahr 1450 zurückführen konnte, war bekannt für ihre Rechtschaffenheit, ihre Umgänglichkeit und ihre Menschenfreundlichkeit. Suses Mutter hatte sich unter anderem als Vorsitzende des örtlichen Roten Kreuzes betätigt. Als Max’ und Suses ältester Sohn Heinz Ludwig Chaim Ettlinger, genannt Harry, geboren wurde, war die Familie daher nicht nur wirtschaftlich wohlsituiert, sondern genoss im Raum Karlsruhe auch einen guten Ruf: Sie galten als ehrbare Geschäftsleute.

Kinder leben in einer geschlossenen Welt, und der kleine Harry nahm an, dass das Leben, so wie er es kannte, für immer so weitergehen würde. Er hatte keine nichtjüdischen Freunde und auch seine Eltern nicht, daher erschien ihm dies nicht ungewöhnlich. Er begegnete Nichtjuden in der Schule oder in den Parks, und er kam auch gut mit ihnen aus, aber dennoch schlummerte in ihm verborgen das Wissen, dass er aus irgendeinem Grund ein Außenseiter war. Er wusste nichts davon, dass in der Welt eine schwere Wirtschaftskrise heraufzog und dass schwierige Zeiten Schuldzuweisungen und Vorwürfe mit sich bringen würden. Harrys Eltern waren nicht nur wegen der wirtschaftlichen Entwicklung in Sorge, sondern auch wegen der Zunahme nationalistischer und antisemitischer Stimmungen. Harry indes bemerkte nur, dass die Trennlinie zwischen ihm und der größeren Welt in Karlsruhe allmählich deutlicher zu erkennen und immer schwerer zu überschreiten war.

Im Jahr 1933 schließlich, als er sieben Jahre alt war, durfte Harry nicht mehr an Veranstaltungen des örtlichen Sportvereins teilnehmen. Im Sommer 1935 verließ seine Tante Karlsruhe und übersiedelte in die Schweiz. Als Harry einige Monate später in die fünfte Jahrgangsstufe kam, gab es in der Klasse, die aus 45 Schülern bestand, außer ihm nur noch einen einzigen weiteren jüdischen Jungen. Sein Vater hatte am Ersten Weltkrieg teilgenommen, war bei Metz in Frankreich durch einen Granatsplitter verletzt worden und hatte für seine Tapferkeit einen Orden erhalten; daher wurden auf Harry die Bestimmungen der Nürnberger Gesetz von 1935, nach denen Juden die deutsche Staatsbürgerschaft aberkannt und ihnen der Großteil der Bürgerrechte verwehrt wurde, vorläufig nicht angewandt. Doch Harry musste in der Schule in der letzten Reihe sitzen, und seine schulischen Leistungen verschlechterten sich deutlich. Das war nicht die Folge von Ausgrenzung oder Einschüchterung – die gab es auch, aber Harry wurde nie von Klassenkameraden misshandelt oder verprügelt. Es hatte vielmehr mit den Vorurteilen seiner Lehrer zu tun.

Zwei Jahre später, 1937, wechselte Harry auf eine jüdische Schule. Kurze Zeit später erhielten er und seine beiden jüngeren Brüder ein überraschendes Geschenk: Sie bekamen Fahrräder. Die Firma der Gebrüder Ettlinger war bankrottgegangen, nachdem ein Boykott gegen jüdische Geschäfte verhängt worden war, und sein Vater arbeitete nun bei Opa Oppenheimer in dessen Textilunternehmen. Harry wurde das Radfahren beigebracht, damit er sich in Holland bewegen konnte, wohin die Familie auswandern zu können hoffte. Die Familie seines besten Freundes versuchte nach Palästina zu emigrieren. Fast jeder, den Harry kannte, wollte Deutschland verlassen. Dann kam die Nachricht, dass der Antrag der Familie Ettlinger abgelehnt worden war; die Auswanderung nach Holland war ihnen verwehrt. Kurz darauf stürzte Harry mit seinem Fahrrad, aber das Krankenhaus in der Stadt weigerte sich, ihn aufzunehmen.

Es gab zwei Synagogen in Karlsruhe, und die Mitglieder der Familie Ettlinger, die sich nicht als strenggläubige Juden verstanden, besuchten die weniger orthodox ausgerichtete. Die Synagoge in der Kronenstraße war ein großes, schmuckes, hundert Jahre altes Gebäude. Der Gebetsbereich erstreckte sich über vier Stockwerke, über denen sich mehrere kunstvoll verzierte Kuppeln erhoben – vier Stockwerke war die maximal zulässige Höhe, denn kein Gebäude in Karlsruhe durfte höher sein als der Turm des Schlosses von Karl Wilhelm. Die Männer, die gebügelte schwarze Anzüge und schwarze Zylinder trugen, saßen auf langen Bänken in der untersten Abteilung, die Frauen auf den oberen Emporen. Hinter ihnen flutete das Sonnenlicht durch große Fenster herein und badete den Raum in gleißende Helle.

An den Freitagabenden und Samstagvormittagen konnte Harry von seinem Platz auf der Chorempore die ganze versammelte Gemeinde überblicken. Die Menschen, die er kannte, gingen weg, wurden durch Armut, Diskriminierung, Gewaltandrohung und eine Regierung, die Emigration als die beste »Lösung« sowohl für die Juden als auch für Deutschland propagierte, dazu gezwungen, nach Übersee auszuwandern. Dennoch war die Synagoge noch immer voll. Während sich die Welt zunehmend verengte – wirtschaftlich, kulturell und gesellschaftlich –, zog die Synagoge auch immer mehr die Ränder der jüdischen Gemeinschaft an und wurde zur letzten sicheren Zuflucht in der Stadt. Es war nicht ungewöhnlich, dass sich 500 Menschen in der Halle drängten und gemeinsam sangen und um Frieden beteten.

Im März 1938 erfolgte der Anschluss Österreichs an Deutschland. Die nachfolgenden Jubelfeiern festigten Hitlers Machtposition und stärkten seine Politik. Er werde ein neues deutsches Reich errichten, kündigte er an, das tausend Jahre bestehen werde. Die Juden von Karlsruhe waren überzeugt, dass diese Politik zum Krieg führen würde. Nicht nur gegen sie, sondern gegen das gesamte übrige Europa.

Einen Monat später, am 28. April 1938, fuhren Max und Suse Ettlinger mit dem Zug 80 Kilometer zum US-amerikanischen Konsulat in Stuttgart. Sie bemühten sich seit Jahren vergeblich um eine Einwanderungserlaubnis in die Schweiz, nach Großbritannien, Frankreich und in die USA. Jetzt wollten sie eigentlich keine Papiere, sondern nur Antworten auf einige wichtige Fragen erhalten, doch das Konsulat war überfüllt mit Menschen, und es herrschte ein völliges Chaos. Die beiden wurden von einem Zimmer ins nächste geschickt, mussten ihrerseits Fragen beantworten und Formulare ausfüllen. Einige Tage später erhielten sie einen Brief. Ihr Antrag auf Einwanderung in die USA werde weiter bearbeitet, hieß es darin. Der 28. April war, wie sich herausstellte, der letzte Tag gewesen, an dem die USA Einwanderungsanträge angenommen hatten; der rätselhafte Papierkram war ein Antrag gewesen. Die Familie Ettlinger konnte Deutschland verlassen.

Doch zuerst sollte Harrys Bar-Mizwa feierlich begangen werden. Die Zeremonie wurde für Januar 1939 angesetzt; unmittelbar danach sollte die Familie abreisen. Harry beschäftigte sich den Sommer über mit dem Lernen von Hebräisch und Englisch, während die Besitztümer der Familie verschwanden. Einiges wurde an Freunde und Verwandte geschickt, doch der Großteil ihrer persönlichen Habe wurde für die Reise nach Amerika verpackt. Juden durften kein Geld mitnehmen – wodurch die Steuer von 100 Prozent, die für die Ausreise an den deutschen Staat zu entrichten war, bedeutungslos wurde –, aber sie durften einige persönliche Dinge behalten, ein Luxus, der ihnen Ende des Jahres ebenfalls entzogen werden sollte.

Im Juli wurde der Termin für Harrys Bar-Mizwa auf den Oktober 1938 vorverlegt. Ermutigt durch den erfolgreichen Anschluss Österreichs, drohte Hitler mit Krieg, falls das Sudetenland, ein schmaler Streifen, der nach dem Ersten Weltkrieg der Tschechoslowakei zugeschlagen worden war, nicht Deutschland angegliedert werden würde. Es herrschte eine gedrückte Stimmung. Der Krieg schien nicht nur unausweichlich, sondern auch unmittelbar bevorstehend. In der Synagoge wurde nun häufiger und verzweifelter um den Frieden gebetet. Im August zog die Familie Ettlinger den Bar-Mizwa-Termin für ihren Sohn und ihre Abreise aus Deutschland um weitere drei Wochen vor.

Im September fuhren Harry und seine beiden Brüder mit dem Zug in das 27 Kilometer entfernte Bruchsal zu einem letzten Besuch bei ihren Großeltern. Das Textilgeschäft war in Konkurs gegangen, und die Großeltern zogen in die Stadt in der Nähe von Baden-Baden um. Oma Oppenheimer bereitete für die Jungen ein schlichtes Mittagessen zu. Opa Oppenheimer zeigte ihnen ein letztes Mal ein paar besondere Stücke aus seiner Sammlung künstlerischer Druckgrafiken. Er war ein großer Kunstliebhaber; seine Sammlung umfasste fast 2000 Arbeiten, überwiegend Exlibris und Druckgrafiken weniger bekannter deutscher Impressionisten aus den späten 1890er- und den ersten 1900er-Jahren. Eines der schönsten Stücke war eine von einem ortsansässigen Künstler angefertigte Arbeit des Selbstporträts von Rembrandt, das im Karlsruher Museum hing. Opa Oppenheimer hatte es häufig bewundert, wenn er zu Vorträgen oder Versammlungen das Museum besuchte, aber jetzt hatte er es seit fünf Jahren nicht mehr gesehen. Harry hatte noch nie einen Blick auf das Original werfen können, obwohl er nur vier Häuserblocks vom Museum entfernt wohnte: Im Jahr 1933 hatte das Museum Juden den Zutritt verboten.

Nachdem er die Drucke beiseitegelegt hatte, wandte sich Opa Oppenheimer dem Globus zu. »Ihr müsst Amerikaner werden«, sagte er betrübt, »und euer Feind« – er drehte den Globus und legte den Finger nicht auf Berlin, sondern auf Tokio – »werden die Japaner sein.«6

Eine Woche später, am 24. September 1938, feierte Harry Ettlinger seine Bar-Mizwa in der prunkvollen Kronenstraßen-Synagoge in Karlsruhe. Die Zeremonie dauerte drei Stunden; Harry trat dabei einmal nach vorn, um aus der Thora zu lesen, und er trug die Passagen auf Althebräisch vor, wie es seit Jahrtausenden der Brauch war. Die Synagoge war voll besetzt. Mit dieser Zeremonie sollte das Erwachsenwerden der jungen Menschen gefeiert und ihrer Hoffnung auf eine bessere Zukunft Ausdruck verliehen werden, doch viele von ihnen sahen keine Möglichkeit mehr, weiter in Karlsruhe zu leben. Sie hatten keine Arbeit mehr, die jüdische Gemeinde wurde schikaniert und eingeschüchtert. Hitler ging das Risiko ein, dass sich die Westmächte gegen ihn stellten. Nach der Feier nahm der Rabbiner Harrys Eltern beiseite und drängte sie, nicht länger zu warten und nicht erst morgen abzureisen, sondern noch am selben Nachmittag mit dem Zug, der um 13 Uhr ging, in die Schweiz zu fahren. Harrys Eltern waren verwundert. Der Rabbi wollte, dass sie am Sabbat, dem Ruhetag, abreisten. So etwas hatte es noch nie gegeben.

Der Heimweg über zehn Häuserblocks kam ihnen sehr lang vor. Das Festessen, das aus kalten belegten Broten bestand, wurde in einer leeren Wohnung schweigend verzehrt. Die einzigen Gäste waren Oma und Opa Oppenheimer, Harrys andere Großmutter, Jennie, und deren Schwester, Tante Rosa, die bei der Familie eingezogen waren, nachdem die Firma der Gebrüder Ettlinger aufgegeben hatte. Als Harrys Mutter Opa Oppenheimer erzählte, was der Rabbi ihnen geraten hatte, ging der Weltkriegsveteran zum Fenster und blickte hinab auf die Kaiserstraße, wo Dutzende Soldaten in Uniform umherschlenderten.

»Wenn der Krieg heute anfangen würde«, sagte der erfahrene alte Soldat, »dann wären alle diese Soldaten nicht hier auf der Straße, sondern in ihren Kasernen. Der Krieg wird also nicht heute beginnen.«7

Harrys Vater, auch er ein stolzer deutscher Frontkämpfer, pflichtete ihm bei. Die Familie reiste daher nicht an diesem Nachmittag ab, sondern nahm am nächsten Morgen den ersten Zug in die Schweiz. Am 9. Oktober 1938 kamen sie im Hafen von New York an. Genau einen Monat später, am 9. November, nutzte das NS-Regime einen Anschlag auf einen Diplomaten, um mit aller Härte gegen die deutschen Juden vorzugehen. In der sogenannten »Reichskristallnacht« wurden mehr als 7000 jüdische Geschäfte und 200 Synagogen zerstört. Die Juden von Karlsruhe, unter ihnen auch Opa Oppenheimer, wurden zusammengetrieben und in das Konzentrationslager Dachau gebracht. Die großartige, hundert Jahre alte Kronenstraßen-Synagoge, wo Harry Ettlinger noch wenige Wochen zuvor seine Bar-Mizwa gefeiert hatte, wurde niedergebrannt. Harry Ettlinger war der letzte Junge, der in der alten Synagoge von Karlsruhe seine Bar-Mizwa beging.

Doch in unserem Buch geht es nicht um die Kronenstraßen-Synagoge, das Internierungslager Dachau oder um den Holocaust an den Juden. Es geht um eine andere Art von Vernichtung und Aggression, die Hitler an den Menschen und den Völkern Europas verübte: um seinen Krieg gegen ihre Kultur. Denn als der Schütze Harry Ettlinger schließlich nach Karlsruhe zurückkehrte, suchte er nicht nach verschollenen Verwandten oder den Resten seiner Gemeinde; er wollte herausfinden, was mit einem anderen Teil seines Erbes geschehen war, das die Nazis ihm genommen hatten: der geliebten Kunstsammlung seines Großvaters. Dabei sollte er rund 200 Meter unter der Erde etwas entdecken, von dessen Existenz er schon immer gewusst, das er aber nie mit eigenen Augen zu sehen erwartet hatte: den Rembrandt von Karlsruhe.

2

HITLERS TRAUM

Florenz
Mai 1938

Anfang Mai 1938, einige Tage nachdem Harry Ettlingers Eltern ihren Antrag auf Einwanderung in die USA unterschrieben hatten, unternahm Hitler seine erste offizielle Auslandsreise: Sie führte ihn nach Italien zu seinem faschistischen Verbündeten Benito Mussolini.

Rom, das mit seinen imposanten Ruinen und großen Säulen so mächtig und geschichtsträchtig erschien, wirkte vermutlich etwas einschüchternd auf ihn. Sein Glanz – nicht der gegenwärtige, sondern der Widerschein des antiken Roms – ließ Berlin im Vergleich zur italienischen Hauptstadt eher wie eine Provinzstadt erscheinen. So wie Rom sollte auch die deutsche Hauptstadt dereinst werden. Hitler entwickelte seit Jahren Eroberungspläne und bereitete die Unterwerfung Europas vor, doch Rom entfachte den Wunsch nach dem Reich, dem Imperium. Seit 1936 war er mit Albert Speer, seinem persönlichen Architekten, im Gespräch über seinen Plan, Berlin in großem Stil neu zu errichten. Nach seinem Besuch in Rom verlangte er von Speer, nicht nur für heute, sondern für die Zukunft zu bauen. Er wollte Monumente schaffen, die im Lauf der Jahrhunderte zu attraktiven Ruinen wurden, sodass sie der Menschheit auch noch in tausend Jahren als Symbole seiner Macht erscheinen würden.

Ähnlich inspirierend wirkte das kleinere Florenz, die italienische Kunsthauptstadt, auf Hitler. Hier, in diesem Gewirr von Bauten, die den Beginn der italienischen Renaissance markierten, schlug das kulturelle Herz Europas. Hakenkreuzfahnen wehten an den Gebäuden, die Menschen jubelten Hitler zu, doch am meisten beeindruckten ihn die Kunstwerke. Er hielt sich fast zwei Stunden in den Uffizien auf und betrachtete staunend die berühmten Kunstwerke. Seine Begleitung mahnte zum Aufbruch. Hinter ihm murmelte Mussolini, der in seinem Leben niemals freiwillig einen Fuß in ein Kunstmuseum setzte8, verärgert: »Tutti questi quadri... Ach, alle diese Bilder ...«9 Aber Adolf Hitler ließ sich nicht drängen.

Als junger Mann hatte er davon geträumt, Künstler und Architekt zu werden. Dieser Traum war zerstoben, als sein Aufnahmeantrag an der Wiener Kunstakademie von einem Ausschuss sogenannter Kunstexperten abgelehnt worden war, die er für Juden hielt. Er war ein Jahrzehnt lang herumgezogen, fast mittellos und ohne ein festes Dach über dem Kopf. Schließlich aber hatte sich doch noch seine wahre Bestimmung gezeigt. Er war nicht dazu bestimmt, etwas zu erschaffen, sondern es wiederherzustellen. Etwas einzureißen und es dann wieder neu aufzubauen. Aus Deutschland ein Reich zu machen, das größte Reich, das die Welt bisher gesehen hatte. Das stärkste, disziplinierteste, rassenreinste Reich. Berlin würde sein Rom werden, doch ein wahrer Künstler-Herrscher brauchte auch ein Florenz. Und er wusste auch schon, wo er es errichten würde.

Knapp zwei Monate zuvor, am 13. März 1938, einem Sonntag, hatte Adolf Hitler einen Kranz auf dem Grab seiner Adoptiveltern in Linz niedergelegt. Am Nachmittag des Vortages war einer seiner größten Wünsche in Erfüllung gegangen. Er, der einst abgewiesen und ignoriert worden war, war aus Deutschland, wo er jetzt herrschte, in sein Heimatland Österreich zurückgekehrt, das er gerade an das Deutsche Reich angeschlossen hatte. In jeder Stadt, die sein Konvoi passierte, jubelten ihm die Menschen zu, Kinder überhäuften ihn mit Blumen und Lobpreisungen. In Linz wurde er als heldenhafter Eroberer willkommen geheißen, als Retter des Landes und seiner Bewohner.

Am nächsten Morgen aber sah Hitler sich gezwungen, länger als geplant in Linz zu verweilen. Viele der Lastwagen und Panzer im deutschen Konvoi waren mit Pannen liegen geblieben, sodass die Straße nach Wien blockiert war. Den ganzen Vormittag schimpfte er auf seine Kommandeure, weil sie ihm diesen triumphalen Augenblick vermasselt hatten und ihn vor seinem Volk und der Welt blamierten. Doch als er an diesem Nachmittag allein auf dem Friedhof stand, seine Soldaten und Begleiter in respektvollem Abstand, ergriff ihn abermals dieser Glücksmoment: Er hatte es vollbracht. Er war nun kein trauernder Sohn mehr, der vor dem eisernen Grabkreuz seiner Mutter kniete. Er war der »Führer«. Und er war seit diesem Tag auch der Herrscher über Österreich. Er musste sich nicht mit den planlos am Flussufer aneinandergereihten Industriegebäuden von Linz abfinden; er konnte sie neu aufbauen. Er konnte diese kleine Industriestadt mit Geld und Ansehen ausstatten, bis sie das jüdisch verseuchte (doch zugleich virulent antisemitische) Wien übertraf, eine Stadt, die er verachtete.

Vielleicht dachte Hitler an diesem Tag an Aachen. Seit 1100 Jahren kündete die Stadt mit der Grabstätte Karls des Großen, des Kaisers des Heiligen Römischen Reiches, der 800 n. Chr. das erste deutsche Reich gegründet hatte, vom Ruhm und der Größe dieses Mannes. Auf ihren antiken Grundlagen hatte Karl der Große einen dauerhaften Herrschaftssitz errichtet, dessen Mittelpunkt der prachtvolle Aachener Dom bildete. Adolf Hitler wollte Berlin nach dem Vorbild Roms neu errichten. Doch Linz, dieses Provinznest mit seinen Fabriken und rauchenden Schornsteinen, wollte er nach seinen eigenen Vorstellungen neu erbauen. Es war nicht nur ein Traum; er besaß jetzt die Macht, seiner Führerschaft und seiner Künstlerseele dauerhaften Ausdruck zu verleihen. Zwei Monate später, in den Uffizien in Florenz, erkannte er deutlich, wie das künftige Linz aussehen würde: Es sollte das kulturelle Zentrum Europas werden.

Im April 1938 hatte Hitler begonnen, sich mit der Idee eines Kunstmuseums in Linz zu beschäftigen, eines Hauses, in dem seine persönliche Sammlung von Kunstobjekten untergebracht werden sollte, die er seit den 1920er-Jahren zusammentrug. Sein Besuch an einer der zentralen Stätten der abendländischen Kunst zeigte ihm jedoch, dass er bislang in viel zu kleinem Rahmen gedacht hatte. Er würde Linz nicht lediglich ein Museum schenken. Er würde die Uferzeile der Stadt an der Donau in eine Kulturmeile wie jene in Florenz verwandeln, aber mit breiten Boulevards, Gehsteigen und Parks und mit sorgfältig geplanten und überwachten Aussichtspunkten. Er würde ein Opernhaus bauen, eine Konzerthalle, ein Kino, eine Bibliothek und natürlich ein riesiges Mausoleum, in dem dereinst seine Grabstätte angelegt werden würde. Und den Mittelpunkt würde sein Führermuseum bilden, sein Aachener Dom, das größte, die wichtigste und eindrucksvollste Gemäldegalerie der Welt.

Das Führermuseum würde sein künstlerisches Vermächtnis sein. Dadurch würde er Genugtuung erhalten für seine Zurückweisung durch die Wiener Kunstakademie. Es würde den maßgeblichen Bezugspunkt bilden für die Vernichtung der »entarteten« Kunst der Juden und der deutschen Expressionisten, für das Haus der Deutschen Kunst in München, das erste öffentlich finanzierte Projekt seiner Regierung, für seine großen jährlichen Kunstausstellungen zur Erbauung der deutschen Bevölkerung, für sein Interesse, die Elite der Partei für das Sammeln von Kunst zu begeistern, und für seine langjährigen Bemühungen um den Aufbau seiner privaten Kunstsammlung. Er hatte sein Leben lang nach künstlerischer Reinheit und Vollkommenheit gestrebt. Das Führermuseum, die eindrucksvollste Gemäldegalerie der Geschichte, bestückt mit den Schätzen Europas, würde diesem Streben seinen bestimmenden Ausdruck verleihen.

Die Rechtfertigung für die Beschaffung all dieser Schätze war damit vorhanden. Im Jahr 1938 hatte Hitler die deutsche Kulturszene grundlegend umgestaltet. Er hatte neue Gesetze erlassen, den deutschen Juden das Bürgerrecht genommen und ihre Kunstsammlungen, ihre Möbel und all ihre Besitztümer bis hin zum Tafelsilber und den Familienfotos konfisziert. Als er am zweiten Tag als Herrscher über Österreich am Grab seiner Mutter kniete, verhaftete ein SS-Trupp unter Führung von Heinrich Himmler die jüdische Geistlichkeit von Wien und beschlagnahmte ihren Besitz. Die SS wusste, wo die Kunstwerke versteckt waren; schon einige Jahre vorher waren deutsche Kunstgelehrte in die Länder Europas ausgeschwärmt und hatten insgeheim Bestandslisten angelegt, sodass Hitlers Agenten, als diese Länder besetzt wurden – Hitler hatte diese Eroberungszüge schon damals vorbereitet –, wussten, welche künstlerisch oder kulturell wertvollen Objekte sich an welchen Orten befanden.

Als in den kommenden Jahren Hitlers Macht und sein Herrschaftsgebiet wuchsen, streckten diese Agenten ihre Fühler überallhin aus. Sie verschafften sich Zutritt zu jedem Museum, zu verborgenen Bunkern, abgesperrten Türmen und Wohnzimmern, um Kunstwerke zu kaufen, zu konfiszieren oder ihre Herausgabe zu erzwingen. Die rassisch motivierten Beschlagnahmen des NSDAP-Ideologen Alfred Rosenberg weiteten sich zu einer Kunstrauboperation aus; die unersättliche Gier von Reichsmarschall Hermann Göring führte zu systematischer Ausplünderung. Hitler bediente sich neuer Gesetze, seiner Gesetze, um sich die größten Kunstwerke Europas anzueignen und in sein Reich zu holen. Dort ließ er sie an allen möglichen Lagerorten verwahren, bis sie schließlich eines Tages im prachtvollsten Museum der Welt ausgestellt werden würden. Bis dahin sollten sie in umfangreichen Katalogen erfasst werden, damit er es sich nach einem harten Arbeitstag zu Hause bequem machen konnte, seine treue Hündin an der Seite und eine Tasse dampfenden Tees neben sich, um sich an ein paar Stücken aus der wichtigsten Kunstsammlung, die es jemals gegeben hatte, seiner Kunstsammlung, zu erfreuen. In den kommenden Jahren sollte sich Hitler immer wieder mit dieser Vision beschäftigen. Er wälzte die Gedanken hin und her, bis das Führermuseum und der geplante Kulturbezirk von Linz – die Symbole seiner Künstlerseele – mithilfe von Architekten wie Albert Speer, Hermann Giesler und anderen zu einer festen Idee wurden, dann zu einer sechs Meter langen Bauskizze und schließlich zu einem dreidimensionalen maßstabsgetreuen Modell, das so groß war, dass es einen ganzen Raum ausfüllte, und das alle Gebäude und Brücken zeigte und auch die Bäume, die dort unter seiner mächtigen Hand gedeihen würden.

26. Juni 1939
Auftrag von Hitler an Dr. Hans Posse über
den Bau des Führermuseums in Linz10


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DER RUF ZU DEN WAFFEN

New York City
Dezember 1941