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Wie kam
die Katze
auf das Sofa?

Johanna Fürstauer

Wie kam
die Katze
auf das Sofa?

Eine Kulturgeschichte

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Bibliografische Information der Deutschen Bibliothek: Die Deutsche Bibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

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im Niederösterreichischen Pressehaus
Druck- und Verlagsgesellschaft mbH
St. Pölten – Salzburg

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Keine unerlaubte Vervielfältigung!

ISBN ePub:
978-3-7017-4238-7

ISBN Printausgabe:
978-3-7017-3238-8

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Teil I
Die Katze und die Zeiten

Göttin auf vier Pfoten

Auf den Spuren der Legionen

Zwischen Kirchenbank und Gottesacker

Mitbürger und Hausgenossen

Geheimnisse und Sünden

Mohammeds Liebling

Fernöstliches Zwischenspiel

Im Würgegriff des Bösen

Die Zeiten ändern sich, die Katze nicht

Neue Welt, neue Jagdgründe

Die Herrin der Salons

Die Katze immer und überall

Teil II
Die Katze und die Künstler

Fabeltier und Dichterfreund

Viele Seiten, viele Gesichter

Katzenmusik

Modell und Muse

Von Stars und Diven

Coda

Die Katzen meines Lebens

Anmerkungen

Vorwort Image

„Der Mensch ist in dem Maß zivilisiert, in dem er imstande ist, die Katze zu verstehen“, behauptete George Bernard Shaw. Und auch wenn wir hinter seinem entschiedenen Urteil ein ironisches Augenzwinkern des großen Zynikers vermuten können, so ist es doch eine Tatsache, dass über die Katze, ihr geheimnisvolles Wesen, ihre zwielichtige Natur und nicht zuletzt ihr ambivalentes Verhältnis zum Menschen mehr geschrieben worden ist als über alle anderen Tiere. Pferd und Hund, die beiden anderen vierbeinigen Begleiter des Menschen auf seinem Weg durch die Zivilisation, mussten eingefangen und gezähmt werden, um sich ihrem „Herrn und Meister“ dienstbar zu erweisen. Sie hatten es im Lauf einer langen Entwicklung weitgehend verlernt, ohne die Fürsorge und den Schutz des Menschen zu existieren. Bei der Katze liegen die Dinge anders. Sie hat von sich aus die Initiative ergriffen, sich den menschlichen Siedlungen anzunähern. Es bedurfte keiner besonderen Anstrengung, sie häuslich zu machen. Sie sah darin ihren Vorteil und begann, den Menschen zu schätzen, weil sie die Annehmlichkeiten zu schätzen wusste, die ihr von ihm geboten wurden. Was freilich nicht heißt, dass sie bereit gewesen wäre, dafür mehr als nur ein Jota ihrer Eigenständigkeit zu opfern. Wenn ein Tier Persönlichkeit hat, dann die Katze. Und sie wird sie niemals aufgeben, um ihrem Menschen zu gefallen. Was sie gibt, gibt sie freiwillig. Umgekehrt kommt ihr die Nähe des Menschen sehr entgegen, und sie lässt sich seine Zuwendungen mit einem ausgeprägten Hang zum Luxus gerne gefallen. In gewisser Weise ist die Katze das animalische Spiegelbild des kultivierten Menschen.

Wenn wir Mensch und Katze auf ihrem gemeinsamen Weg durch die Zeit nachspüren, zeigt sich, dass es die Katze im Gefolge und an der Seite des Menschen nicht immer gut hatte. Auf Epochen, in denen sie sogar göttliche Ehren genoss, folgte ein umso tieferer Sturz in den Abgrund grausamer Verfolgung. Sie wurde einmal als Paria unter den Haustieren verachtet und dann wieder als Familienmitglied geschätzt und verwöhnt. Allen Widersprüchlichkeiten und Widrigkeiten zum Trotz hat sie ihren Platz in der menschlichen Gesellschaft aber immer wieder zu erobern und zu behaupten gewusst. Bis heute ist sie zur beliebtesten tierischen Lebensgefährtin des Menschen aufgestiegen. Längst hat sie den Hund in der Beliebtheitsskala hinter sich gelassen und ist dort gelandet, wo jener nur selten sein darf: – auf dem Sofa und im Bett des Menschen.

Im Verlauf einer äußerst fruchtbaren Symbiose, die die Katze mit dem Menschen eingegangen ist, hat sie sich ihm in vielfacher Weise als nützlich erwiesen. Nicht, weil sie ihm dienstbar geworden wäre, sondern weil sie das tut, was ihrer Natur entspricht, weil sie immer nur Katze bleibt. In der Welt der praktischen Erfordernisse wurde sie dank ihres ausgeprägten Jagdinstinkts und ihres speziellen Beuteschemas zur Hüterin von Kornkammern und Bibliotheken. Und in einem anderen, feinstofflicheren Bereich erwarb sie sich einen Ruf als Trösterin der Vereinsamten und Muse der Schöpferischen, als eine Hausgenossin, die Wohlbefinden um sich verbreitet und durch ihr geheimnisvolles Wesen ihren Menschen Anregungen zu größerem Gedankenreichtum bietet. „Die Katze liebt die Schönheit“, erklärte einst Albertus Magnus. Ja, und sie ist selbst ein Wesen, das in seinem Erscheinen wie in seinen Bewegungen Schönheit darstellt – „eine in sich vollkommene Kreatur“, wie Leonardo da Vinci feststellte.

Eine Kulturgeschichte der Katze verfolgt den langen und oft recht verschlungenen Weg, den Mensch und Katze seit ihrer ersten Begegnung miteinander zurückgelegt haben. Sie geht der Frage nach: Wie hat sich der Mensch mit der Katze arrangiert? Wie wirkt sich das, was wir Zivilisation nennen, auf die Lebensumstände des Tieres aus? Die Katze und ihre Stellung in den einzelnen Kulturepochen ist der eine wesentliche Aspekt einer Betrachtung, aus der wir viel über die Katze erfahren können, aber auch über die Menschen, die unter den unterschiedlichsten Umständen und Voraussetzungen mit ihr gelebt haben. Der andere Aspekt einer Kulturgeschichte lenkt den Blick auf die Spuren dieser Symbiose zwischen Mensch und Katze, die sich in der Geschichte und Entwicklung der Künste zeigen.

Die Fähigkeit, Kunst zu schaffen, ist eines der wichtigsten Unterscheidungsmerkmale, die menschliche und tierische Welt voneinander trennen. Die Kluft ist tief und mehr als einen Katzensprung breit. Katzen können keine Gedichte schreiben, keine Bilder malen, keine Musik komponieren. Und doch sind sie „kunstbegabter“ als jedes andere Tier: Sie können durch ihre sanfte und beharrliche Anwesenheit schöpferische Menschen dazu herausfordern, Gedichte zu schreiben, Bilder zu malen und Musik zu komponieren. Die Katze ist die Muse unzähliger Dichter, das bevorzugte Modell bedeutender Maler, eine Melodie, die sich in den Noten mancher Komponisten widerspiegelt. Zu vielen Werken hat sie den Anstoß gegeben, in vielen, die ohne sie nicht entstanden wären, finden wir ihre Fährte wieder. Es nimmt daher auch nicht Wunder, dass es im Verlauf ihrer langen Geschichte immer die Künstler waren, und unter ihnen vor allem die Dichter, die sich auf ihre Seite schlugen und sie gegen alle Anfeindungen und Missverständnisse verteidigten, wohl, weil sie in ihr etwas von sich selber sahen.

TEIL I

Die Katze und die Zeiten

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Das Paradies wird mir keines sein, wenn mich darin nicht meine Katzen erwarten.

Anonyme Grabinschrift

Kapitel 1

Göttin auf vier Pfoten

Etliche Jahrmillionen trennen den ersten Auftritt katzenähnlicher Wesen in der Arena der Evolution von der Entstehung des „Urmenschen“, Jahrmillionen, die sowohl in der körperlichen Konstitution als auch im Charakter der heutigen Hauskatze ihre Spuren hinterlassen und ihr eine Art von magischem Glanz verliehen haben. Manche Kenner meinen, sie sei das ausgereifteste Modell der gesamten Tierwelt. Die Wissenschaft ist den Urahnen unserer heutigen Hauskatze bisher noch nicht wirklich auf die Spur gekommen; da und dort ein paar Knochenfunde – es bedarf schon einiger Fantasie, um sich die Lebensweise und das Umfeld dieser ersten katzenartigen Tiere vorzustellen.

Immerhin hatte man für sie schon bald einen eigenen Namen: „Dinictis“ war zwar noch keine richtige Katze, aber immerhin von der Größe her einem heutigen Luchs vergleichbar, mit einem relativ kleinen Gehirn, dafür aber mit einem prächtigen Raubtiergebiss ausgestattet. Da sie klein und wendig war, schien sie für den Überlebenskampf in einer ganz und gar nicht freundlich gesinnten Umwelt bestens gerüstet und entwickelte sich zu einem Musterexemplar von Schönheit und Lebenstüchtigkeit: Vor rund fünf Jahrmillionen betrat die Nubische Falbkatze (felis silvestris nubica) den Schauplatz ihres künftigen Wirkens; ihre großspurigen Verwandten wie Löwe und Tiger folgten erst etliche Jahrmillionen später.

Vermutlich wäre es nie zu der Symbiose zwischen Mensch und Katze gekommen, wenn Ersterer in seiner Entwicklung ein nomadisierender Jäger geblieben wäre. Die Katze wäre in diesem Fall wohl eher als Jagdkonkurrent betrachtet worden, was ihr nicht zu ihrem Vorteil gereicht hätte. Doch die Menschen wurden sesshaft, sie verließen sich nicht mehr auf die zufälligen Erträge der Jagd. Mit der Erfindung des Feuers und des Ackerbaus nahm der Mensch sein Schicksal in die eigenen Hände. Er begann mit dem Bau von Ansiedlungen und der Vorratshaltung für schwierige Zeiten.

Die Katze, hübsch anzusehen in ihrem goldgelben oder silbergrauen Fell und von graziösem Körperbau und geschmeidigen Bewegungen, beobachtete die Vorgänge rund um die entstehenden Menschensiedlungen mit Neugierde und erheblichem Misstrauen. Natürlich war den robusten Zweibeinern, die mit so tückischen Hilfsmitteln wie Fallen und allem möglichen Hieb- und Stichgerät selbst größere Tiere zur Strecke bringen konnten als die, welche dem Beuteschema der schönen „Mau“ entsprachen, nicht zu trauen. Andererseits zeigte es sich, dass ihre Vorratskammern jede Menge von Kleingetier anlockten, das durchaus dem Fressgeschmack der Katze zusagte. Außerdem boten diese Menschensiedlungen eine ganze Reihe von nicht zu unterschätzenden Vorteilen: Schutz vor den Unbilden der Witterung, ein in kalten Nächten wärmendes Feuer, gelegentlich ein von Menschenhand gespendeter Leckerbissen oder ein Schälchen Milch für eine dürstende Streunerin. Und überhaupt, war da nicht etwas wie eine geheime Anziehung zwischen Mensch und Katze, ein Band der Empathie zwischen beiden, ein Funke, der von einem zum andern übersprang?

Vorsichtig riskierte die Katze erste Annäherungsversuche. Das soll in Jericho geschehen sein, jener biblischen Stadt, deren Mauern unter dem Schall von Trompeten zusammengebrochen waren, wie der Chronist im Alten Testament berichtet. Archäologen fanden die Knochen von Mensch und Katze friedlich vereint unter dem Schutt der Geschichte. Ob zufälliges Zusammentreffen oder erste Anzeichen einer frühen Symbiose, das ist eine Frage, die weder Historiker noch Biologen bisher klar entscheiden konnten.

Anders in Ägypten, dem sagenumwobenen Land, in dem die Totenstädte an Prunk jene der Lebenden bei Weitem übertrafen, und deren imaginäre Götterwelt den gesamten Mittelmeerraum inspirierte. Ägypten war mehr als alle übrigen Gebiete des so genannten Fruchtbaren Halbmonds von den Launen der Natur abhängig. Das Schicksal des Landes stand und fiel mit den jährlichen Regenfällen am oberen Nil. Selbst ein so ausgeklügeltes Bewässerungssystem wie das der Ägypter, die ein Netz von Kanälen über das gesamte Land zogen, reichte nicht aus, um Dürrezeiten zu verhindern. Wenn der Nil nicht ausreichend anschwoll, war die Katastrophe vorgegeben. Die biblischen Reichen und Mageren Jahre waren durchaus eine historische Realität. Um letztere zu überstehen, war Vorratshaltung eine Lebensnotwendigkeit. In den alten Königsstädten Memphis und Theben hütete die Priesterschaft großer Himmelsgötter wie Ra und Isis die riesigen Vorratskammern an Getreide, aus welchen die Lebensadern der Bevölkerung gespeist wurden.

Die für das Gedeihen des Volkes wichtige Götterwelt war von einer verwirrenden Vielfalt, doch spiegelt sich darin in jedem Fall der Ablauf der Jahreszeiten wider. In Ägypten waren es deren drei: Überschwemmung, Aussaat und Ernte. Auch der Kreislauf von Tag und Nacht, Licht und Finsternis, Geburt und Tod fand sich in den Gottheiten des Himmels, wie der Himmlischen Dreieinigkeit von Isis, Osiris und deren Sohn Horus sowie in Ra, dem großen Sonnengott, verkörpert. Dessen ewiger Widersacher war der Totengott Seth, der in den Jenseitsstädten der Nekropolen über die Abgeschiedenen herrschte. Der findige Toth wurde als Beschützer der Künste angerufen, die zwielichtige Hathor als Göttin der Geschlechtslust wie auch des männermordenden Krieges verehrt. Neben diesen „Himmelsgottheiten“ zeigen sich Elemente des Göttlichen noch in vielen Formen und Masken, wobei Tiergestalten eine wichtige Rolle spielen. Unter ihnen fand sich die katzenköpfige Göttin Bastet oder Bast, die vor allem in der ihr geweihten Stadt Bubastis ihre Kult- und Weihestätte hatte. Damit kommen wir wieder zur Katze, die vor etwa 5.000 Jahren ihren spektakulären Einzug ins Land der Pharaonen hielt. In einem beispiellosen Aufstieg auf der Karriereleiter brachte sie es bis zum Rang einer veritablen Gottheit.

Zunächst war es wohl eine Art von Zweckgemeinschaft, die Menschen und Katzen miteinander verband. Die Katzen entdeckten, dass die Vorratskammern und Häuser der Menschen ihre liebste Beute, Ratten, Mäuse und sonstiges Getreide fressendes Kleingetier, in Scharen anzogen. Sie brauchten sich also nur vor deren Schlupflöchern auf die Lauer zu legen, und schon wuchs ihnen Nahrung in Fülle zu, ohne dass sie sich lange auf die Suche nach Beute begeben mussten. Die Menschen wieder sahen, dass diese seltsamen Geschöpfe, die den Kampf mit den unliebsamen Nagern mit so viel Lust und Ausdauer auf sich nahmen, sich als äußerst nützlich erwiesen. Es lag also durchaus im allgemeinen Interesse, mit den emsigen Mäusefängern eine nähere Beziehung einzugehen und sie durch eine freundschaftliche und aufmerksame Behandlung häuslich werden zu lassen. Nicht auszudenken, was geschehen wäre, wenn die erfolgreichen Jäger plötzlich wieder in der Wildnis verschwunden wären! Also versuchte man, sie mit allen möglichen Zuwendungen an die menschliche Gesellschaft zu gewöhnen und an „ihr Haus“ zu binden, was umso leichter fiel, als „Mau“ oder „Miu“, wie sie genannt wurde, durch ihre graziöse Erscheinung und ihren raffinierten Charme dem stark ausgeprägten ästhetischen Empfinden der Ägypter sehr entgegenkam.

So konnte es nicht ausbleiben, dass die Priesterschaft, die in den heiligen Städten ihre Verantwortung für die riesigen Vorratshäuser wahrzunehmen hatte, ihre so erfolgreichen Helferinnen bald in den Rang einer Gottheit erhoben. Der Kult der Bastet oder Bast entstand etwa im 9. vorchristlichen Jahrhundert, zu einer Zeit, als man mit „Heiligsprechungen“ in der ägyptischen Sakralwelt etwa so locker umging wie mehr als eineinhalb Jahrtausende später im mittelalterlichen Rom.

Ähnlich wie die als „Himmelsgöttin“ ranghöhere Hathor verkörperte Bastet eine Geschlechts- und Fruchtbarkeitsgottheit, was bei dem ungestümen Paarungsverhalten ihrer irdischen Vertreter, der Katzen, nicht weiter verwunderlich ist. Darüber hinaus wurde sie auch als eine Art Mondgöttin verehrt; auch dies in voller Übereinstimmung mit den Wesenszügen der Katze, deren Vorliebe für nächtliche Streifzüge und „Mondgesänge“ allgemein bekannt ist. Allerdings wurde in der ägyptischen Mythologie die Katze gelegentlich selbst dem Sonnengott Ra zugeordnet. Der tritt dann als der „Sonnenkater“ zu seinem Kampf mit der todbringenden Aphophis-Schlange an.

In Bubastis, der Stadt der tausend Katzen, verehrte man Bastet in Gestalt einer großen Frauenfigur mit dem Kopf einer Katze, die, mit kostbaren Ohrringen und sonstigem Schmuck versehen, gebieterischen Blicks auf ihre ehrfürchtigen Anbeter herabschaute. Umgeben von Weihrauchschwaden und Votivgaben aller Art, für die der Fantasie keine Grenzen gesetzt waren, stand sie gleichsam als ein Garant für die Erfüllung der zahllosen Wünsche, die an sie herangetragen wurden. Bastet war eine den Menschen wohl gesonnene, im Großen und Ganzen freundliche, zuweilen aber auch launenhafte Gottheit, ganz wie es dem Naturell der Katzen entsprach. Zwar war da immer ein Rest an Unberechenbarkeit, sie konnte durchaus Krallen zeigen, doch durch die Besänftigungsrituale, die ihr in Bubastis zuteil wurden, entwickelte sie eine Vorliebe für die Menschen, die ihr auf so angenehme Weise huldigten. So wurde Bastet zur liebenswürdigen Helferin in vielen Nöten. Zu ihrem großen Frühlingsfest zog alle Welt nach Bubastis, darunter Scharen von unfruchtbaren oder noch kinderlosen Frauen, die die geschlechtsfreudige Göttin um Kindersegen anflehten und sie mit oft reichen Opfergaben freundlich zu stimmen suchten. Dieses Frühlingsfest der Bastet fand in einer Zeit statt, in der die irdischen Vertreterinnen der Göttin ihrerseits rollig und jaulend über Land streunten, um ihre Paarungsbereitschaft kundzutun. Unter den Besuchern des Festes scheint es oft nicht weniger locker zugegangen zu sein. Diodoros, griechischer Chronist aus dem ersten vorchristlichen Jahrhundert, beschreibt das Treiben um die katzenköpfige Gottheit in beeindruckender Weise:

Man begab sich nach Bubastis, Männer und Weiber untereinander, zu Wasser, auf Booten. In jedem Boot befand sich eine große Anzahl von Personen beiderlei Geschlechts. Während der ganzen Fahrt klapperten einige Frauen mit Kastagnetten, während die Männer auf den Flöten bliesen. Die übrigen, Männer wie Weiber, lachten, sangen und klatschten in die Hände. Sooft sie an einem Ort vorbeikamen, näherte man sich dem Ufer. Einige schickten sich an zu tanzen, dabei hoben manche Frauen ihre Gewänder und zeigten schamlos ihre Blöße. In Bubastis angekommen, zogen sie singend und tanzend zum Heiligtum, wo sie ihre Opfergaben darbrachten.1

Diese Opfergaben bestanden zumeist aus kleinen Katzenfiguren und Kuchen, die die Form einer weiblichen Vulva hatten. Viele der Besucher brachten ihre im Vorjahr verstorbenen Katzen als Mumien mit, damit sie in der Nähe des Tempels beigesetzt würden.

In Herodot, dem „Vater der Geschichtsschreibung“, begegnen wir nicht nur einem sprachgewaltigen Historiker, sondern auch dem ersten Reiseschriftsteller Griechenlands, der die Lage in Ägypten mit einem Blick überschaute, als er feststellte: „Ägypten ist ein Geschenk des Nils.“ Er war auch der erste Historiker, der sich näher mit der Katze beschäftigte, die für ihn ein rätselhaftes Tier gewesen sein muss. Im 2. Buch seiner Historien schreibt er:

Obwohl die Zahl dieser Tiere groß ist, gäbe es doch noch viel mehr, wenn ihnen nicht gewisse Unglücksfälle zustießen. Wenn nämlich die Kätzinnen niedergekommen sind, wollen sie mit den männlichen Tieren nicht mehr zusammenkommen. Ihre Sorge gilt dann nur noch den Kleinen. Die Kater aber suchen ihre Gesellschaft, und weil sie damit keinen Erfolg haben, greifen sie zu einer List: sie stehlen der Mutter ihre Kinder und töten sie. Die Kätzinnen, die so ihrer Kleinen beraubt sind, wollen wieder welche, weil diese Tiere ihre Jungen sehr lieben. Deshalb suchen sie dann die Kater wieder auf.2

Herodot überliefert auch eine weitere Kuriosität und berichtet von Katzen, die sich bei einem Brand förmlich in die Flammen stürzten. Er schreibt:

Wenn es zu einem Brand kommt, geschieht etwas Absonderliches: Anstatt zu löschen, stehen die Leute in einiger Entfernung abseits und versuchen, ihre Katzen von dem Feuer fernzuhalten. Diese aber schlüpfen zwischen den Menschen durch oder springen über sie hinweg und stürzen sich in die Flammen. Wenn das geschieht, geraten die Ägypter in große Trauer.

Leider ist nicht zu ermitteln, wie Herodot zu dieser Vorstellung kam. Heutige Katzen zeigen jedenfalls eher eine bestimmte Begabung als „Feuermelder“. Immer wieder wird von Fällen berichtet, in denen eine Katze zur Lebensretterin wurde, weil sie einen Brand rechtzeitig entdeckte, wenn sie ihn, auch das soll vorkommen, nicht überhaupt vorausgeahnt hatte.

Es ging in Bubastis, wie wir schon gesehen haben, auch um Fruchtbarkeit. Die katzenköpfige Göttin und ihre Priesterschaft hatten offenbar Verständnis für die Sorgen unfruchtbarer Frauen, wie wir desgleichen von Herodot erfahren:

Wenn eine Frau keine Kinder bekam, begab sie sich zum Tempel der Bastet, brachte eine Opfergabe dar und offenbarte sich einem Priester. Der riet ihr, die Göttin anzurufen und die Nacht in ihrem Tempel zu verbringen. Dort wies man ihr eine hinter einem Vorhang verborgene Nische als Lagerstätte an. Man reichte ihr einen Trank von den berauschenden Getränken, die der Göttin geweiht waren, sodass sie davon in eine Art Trance geriet. Sie träumte dann wohl, ein Gott in Gestalt eines riesigen Katers teile das Lager mit ihr. Es waren aber die Priester, die den Frauen beilagen. Wenn diese dann schwanger wurden, was häufig der Fall war, schrieben sie dies dem Wirken der Bastet zu.3

Auch Plutarch, ein weiterer bedeutender Autor der Antike, hat sich mehrmals zum Thema Katze geäußert. Mehr noch, in seinen Äußerungen werden jene Grundzüge erstmals erkennbar, die sie in den folgenden Jahrhunderten im Urteil des Menschen beibehalten hat. Im Zusammenhang mit der Beschreibung eines ägyptischen Musikinstruments, des Sistrum4, heißt es an einer Stelle:

Am Kopf dieses Instruments ist eine Katze mit einem menschlichen Gesicht angebracht, und auf dem Boden, unter den beweglichen Teilen, befindet sich auf der einen Seite ein Bildnis der Isis, auf der anderen das der Nephtis. Diese beide symbolisieren Geburt und Tod, die Katze aber steht wegen ihres gefleckten Fells, ihrer nächtlichen Umtriebe und ihrer Fruchtbarkeit für den Mond. […] Aber die Pupillen der Katze scheinen bei Vollmond zu wachsen und sich zu vergrößern, während sie sich zusammenziehen und kleiner werden, wenn das Nachtgestirn abnimmt.5

Das enthält im Kern alles, was in künftigen Jahrhunderten über die Magie der Katze, ihre Rätselhaftigkeit, ihre Diabolik gesagt werden wird. In der besonderen Beziehung zwischen Katze und Mond wird allzu deutlich: Sie ist das wollüstige Sinnentier, die Verkörperung der Versuchung. Die Augen der Katze, die des Nachts sehen, entleihen ihre geheimnisvolle Sehkraft dem Mond. Ihr Blick ist stark genug, jedes Dunkel zu durchdringen. Jahrhunderte später wird der Soldat, Seemann und Dichter Camões6, Verfasser des bedeutendsten portugiesischen Epos, der Lusiaden, seine Katze anflehen, ihm mit dem Licht ihrer Augen zu leuchten, damit er ein Gedicht zu Ende schreiben könne – er habe kein Geld, Kerzen zu kaufen.

Doch so weit sind wir noch nicht! Ohne Zweifel hatte die Katze im antiken Ägypten den absoluten Höhepunkt ihrer Karriere unter den Menschen erreicht. Besser ist es ihr nie wieder ergangen. Sie konnte ein weitgehend freies, ungebundenes Leben führen, was ganz und gar ihrem Naturell entsprach, und sie war dabei aller Nahrungssorgen enthoben und wurde von ihren Menschen beschützt, liebkost und nach Kräften verwöhnt. Tatsächlich scheint es den Katzen in einem Maße wohl gegangen zu sein, dass sie ein großer Teil der Bevölkerung nur beneiden konnte.

In den Häusern der Reichen wurde den Sklaven zwar oft jeder Bissen zugezählt, der verwöhnten „Mau“ hingegen las man jeden Wunsch von den Augen ab. Aber auch die nur wenig begüterte Landbevölkerung tat ihr Bestes, um ihre Katze bei Laune zu halten, zumal man oft genug daran glaubte, dass sie magische Kräfte besitze und Wünsche erfüllen oder Unheil heraufbeschwören könne, je nachdem, wie man sie behandelte. Man versicherte sich deshalb auch ihres Schutzes, indem man Amulette mit dem Bildnis der Katzengöttin oder einer ihrer Katzen trug. Man traute der Katze so gut wie alles zu: Jungverheiratete Frauen, die sich Nachkommenschaft erhofften, trugen Amulette, die eine Katzenmutter mit ihren Jungen zeigten; die Anzahl der Kätzchen zeigte an, wie viele Kinder die Frau haben wollte. Diodoros schreibt:

Sie setzten großes Vertrauen in die Fähigkeiten einer lebenden Katze, sie vor allem Bösen beschützen zu können. Und wer nicht das Glück hatte, eines dieser Tiere zu besitzen, versuchte, wenigstens ein Amulett zu bekommen, und suchte Zuflucht in der Zauberei, in Zaubersprüchen und der Anrufung der Götter. Da jeder Dämon ihm in seinem ungeschütztem Zustand Schaden zufügen konnte, betete man zu Ra und Bastet, um die dunklen Mächte von sich fernzuhalten.7

Außer in Bubastis wurden die Katzengöttin und ihr miauendes Gefolge auch an mehreren anderen Orten verehrt. So gab es im Tempel von Heliopolis eine große Katzenstatue, die je nach Sonnenstand ihre Pupillen verengen oder erweitern konnte, so wie dies auch bei den lebenden Katzen der Fall ist. Die ägyptische Priesterschaft hatte im Übrigen, wie römische Autoren berichten, ein beachtliches Arsenal von Tricks parat, um die Gläubigen in der „Gottesfurcht“ zu erhalten.

Als Gemeinwesen war Ägypten, vereinfacht gesagt, ein Beamtenstaat unter theokratischer Leitung. „Schreiber“ nahmen in der sozialen Hierarchie einen wichtigen Rang ein, über ihnen standen nur noch die Priester. Beide, Priester und Schreiber, die eine Art von Beamtenadel bildeten, waren für die Gesetzgebung verantwortlich und schufen ein bis ins kleinste Detail geordnetes Regelwerk. Der Bevölkerung wurde damit ein enges Korsett angelegt, das allerdings weniger den persönlichen Lebensstil betraf als vielmehr soziale Aspekte – etwa auch den Schutz der heiligen Tiere. Dazu hören wir von Diodoros:

Wer ein heiliges Tier mit Willen tötet, oder auch unabsichtlich, der wird von der herzuströmenden Menge oft ohne Urteilsspruch auf das Grausamste zu Tode gebracht. Darum bleiben die, die ein totes Tier auf der Straße finden, aus Furcht weit weg von ihm und rufen laut, unter Wehklagen und Beteuerungen, dass sie es tot gefunden hätten. Wird ein Übeltäter aber beschuldigt, nachdem er vor Gericht gestellt wurde, wird er selbst zum Tod verurteilt, wenn er die Tat absichtlich begangen hat.

Und er berichtet weiter:

In den Städten tut man diesen Tieren Gelübde, und Eltern scheren ihren Kindern den ganzen Kopf oder einen Teil davon und wiegen das Haar mit Silber auf, das bekommen die Pfleger in den Tempeln für die Betreuung der Tiere. Diese werden in den Tempelräumen versorgt, erhalten die ausgesuchteste Nahrung und werden mit den besten Salben gesalbt.

Das mag übertrieben sein, zeugt aber in jedem Fall von der Verehrung, die man der Katze im alten Ägypten entgegenbrachte. Wenn eine Katze starb, herrschte in „ihrer Familie“ große Trauer. Die Bewohner rasierten sich die Augenbrauen ab, wie sie es auch nach dem Tod eines Menschen taten, und wer es sich leisten konnte, ließ seine Katze als Mumie bestatten. Diese Katzenmumien wurden nicht anders als die menschlichen in Grabkammern eingeschlossen. Reiche Familien ließen sich dafür auch Behältnisse aus Edelmetall anfertigen. Viele nahmen ihre Katzenmumien bei ihrer Wallfahrt nach Bubastis mit, um sie dort im Tempelbezirk begraben zu lassen. Später wurden sie durch kleine Statuetten ersetzt, die die dahingegangenen Katzen zeigten. Diese Darstellungen sind meist von großer Lebendigkeit. Die Tiere wurden in allen möglichen Situationen und möglichst lebensecht dargestellt, etwa wenn sie auf eine Maus lauern oder in sitzender Stellung, mit um die Hinterpfoten geringeltem Schwanz. Meist waren sie mit Ohrringen oder sonstigem Schmuck versehen. Viele dieser Statuetten, aber auch ein großer Teil der Mumien, gelangten im Zuge der Ausgrabungen im 19. und frühen 20. Jahrhundert in die europäischen Museen. In England seien, wie man sagt, ganze Wagenladungen von Katzenmumien gelandet. Was nicht in Museen seinen Platz fand, wurde bei Versteigerungen oder auf Märkten verkauft. Viele Engländer fanden es schick, eine echte Katzenmumie oder auch ein zierliches Grabfigürchen aus Bubastis in ihren Salons herzeigen zu können. Allerdings sollen mehrere Tonnen an Katzenmumien auch schlichtweg zu Düngemittel verarbeitet worden sein.

Weil der Wohlstand Ägyptens zu einem großen Teil von den gigantischen Getreideexporten abhing, mit denen man den gesamten Mittelmeerraum belieferte, hüteten die Ägypter ihre Katzen, die eifrigen Beschützer ihrer Vorratskammern, mit großer Akribie. Katzenschmuggel gehörte zu jenen Verbrechen, die nicht toleriert wurden. Wenn man einen Fremden mit einer Katze erwischte, bedeutete das für ihn unweigerlich einen „Marsch ohne Wiederkehr“ in die berüchtigten Bergwerke, wo er sich zu Tode schuften musste. Dennoch versuchten vor allem Seeleute immer wieder, wenn sie in den Küstenstädten anlegten, sich des heiß begehrten Tieres zu bemächtigen.

Natürlich waren es Katzenpärchen, auf die man es abgesehen hatte, damit in anderen Ländern neue Katzenpopulationen aufgebaut werden konnten, ein Vorhaben, das nur in seltenen Fällen gelang. Am erfolgreichsten scheinen auf diesem Gebiet die Phönizier gewesen zu sein. Sowohl Herodot als auch Diodoros berichten, wie es diesen geschickten Seefahrern gelungen sei, Katzen auf ihre Schiffe zu locken. Die Tiere, von denen man sich in der damals bekannten Welt wahre Wunderdinge erzählte, wurden für exorbitante Summen verkauft, und dementsprechend zuvorkommend wurden sie auch behandelt. Katzen waren für die Menschen im Mittelmeerraum nicht nur ein heiß begehrter Luxus, sondern auch ein probates Mittel zur Sicherung des Lebensstandards. Wo Katzen lebten, hatten Mäuse und Ratten keine Chance. Die Katze war immer auch eine Art von Gesundheitspolizei, die des Öfteren den Ausbruch von Seuchen verhinderte. Herodot berichtet ausführlich über die zornigen Reaktionen der Ägypter auf die Katzendiebstähle ihrer Nachbarn. Als bekannt wurde, dass einige der griechischen Inselkönige erfolgreich Katzen züchten ließen, rüsteten sie Schiffe aus und sandten sie zu einer Strafexpedition, um die Tiere, die sich inzwischen natürlich rasant vermehrt hatten, nach Ägypten zurückzuschaffen.

Die Verehrung, die die Ägypter ihren Katzen entgegenbrachten, erwies sich zumindest einmal im Lauf ihrer Geschichte als äußerst verhängnisvoll. Bei seinem Feldzug gegen das Reich am Nil verfiel der Perserkönig Kambyses II., der durch Spione von der „Heiligkeit“ der ägyptischen Katzen erfahren hatte, auf den listigen Einfall, sämtliche Katzen der besetzten Umgebung der von ihm belagerten Stadt Pelusion einfangen zu lassen. Sie wurden mit Netzen und Gurten auf den Schilden des im Anmarsch befindlichen Invasionsheeres befestigt. Vor die Wahl gestellt, die heiligen Tiere bei einem Gegenangriff zu töten oder die Stadt zu übergeben, entschloss sich der Pharao zur Aufgabe. Das Heer des Kambyses konnte Pelusion ohne einen Schwertstreich einnehmen, und da die Stadt als Schlüssel zum Land am Nil galt, war das Schicksal des Reiches besiegelt.

Auch im ersten vorchristlichen Jahrhundert wurde der Tod einer Katze, der diesmal von einem römischen Gesandten verschuldet worden war, zum Anlass für eine bewaffnete Intervention. In Alexandria hatte ein römischer Beamter im Senatorenrang versehentlich eine Katze mit seinem Streitwagen überfahren. Daraufhin wurde er von der aufgebrachten Volksmenge, die darin ein schlechtes Omen sah, buchstäblich in Stücke gerissen, ein Umstand, der den Zorn der Römer erregte. An einem römischen Senator vergriff man sich nicht! Die Legionen marschierten, und Ägypten wurde mehr oder weniger zu einem römischen Protektorat. Schrieb die Katze damals etwa Weltgeschichte?

Alle Katzen sind sterblich. Sokrates ist sterblich. Also ist Sokrates eine Katze!

Eugène Ionesco

Kapitel 2

Auf den Spuren der Legionen

Die außerordentliche Nützlichkeit, aber auch das angenehme Äußere und einschmeichelnde Wesen der Katze führten schließlich zu ihrer „Globalisierung“ in der damals bekannten Welt. Diese ging einher mit der Ausdehnung des römischen Imperiums nach Ost und West. Wo immer die Adler der Legionen sich ausbreiteten, fand sich in ihrem Gefolge nicht nur die Pax Romana, ein Friede durch Waffengewalt, sondern auch die römische Zivilisation. Sie brachte den unterworfenen Völkern Rechtsprechung und technische Errungenschaften, Straßen und Brücken und die viel bewunderten Aquädukte sowie lateinische Sprache, Schrifttum, Staatskult und Lebensart. Andererseits nahm sie selbst viel von dem auf, was die unterworfenen oder zum Protektorat gewordenen Gebiete an Eigenem hatten. Im Fall von Ägypten war es die vielfältige und zuweilen durchaus skurril wirkende Götterwelt, die einen starken Einfluss auf die rationalen Römer ausübte und zu einer Vielzahl von obskuren Geheimkulten führte. Aber auch der elegante, von Luxus geprägte Lebensstil der späten Ägypter erregte das nachahmende Interesse der Römer. Ja, und natürlich auch die Katze!

Die Katze kam, allen Versuchen eines Embargos zum Trotz, auf vielerlei verschlungenen Wegen nach Rom. Waren es ursprünglich vor allem phönizische Kaufleute gewesen, die mit den Katzen, die sie heimlich auf ihre Schiffe schmuggelten, einen neuen Handelszweig eröffnet hatten, so waren es bald auch die römischen Legionäre, die dafür sorgten, dass die Katze schließlich in ihrer Welt heimisch wurde. Wer sollte einen Römer auch daran hindern, sich zur Erinnerung an seine Milizjahre in Ägypten eine hübsche „Mau“ mit nach Hause zu nehmen? Die Frauen daheim wussten ein solches Präsent wohl zu schätzen, und wo die Katze einmal Fuß gefasst hatte, dort breitete sie sich dank ihrer außerordentlichen Fruchtbarkeit auch schnell aus. Selbst Caesar, ein Mann, der sich bekanntlich gut auf Frauen verstand, brachte möglicherweise seiner vernachlässigten römischen Gattin Calpurnia eine hübsche Katze oder einen niedlichen Jungkater mit, nachdem er sich schweren Herzens aus den Armen der schönen Cleopatra gelöst hatte.

Mit deren Staatsbesuch in Caesars Rom verbreitete sich vor allem in der Damenwelt das Interesse an der Katze, aber auch an ägyptischen Tierkulten. Denn natürlich kam Cleopatra mit einer großartigen Gefolgschaft an Göttern und deren Priestern, wobei Bastet nicht fehlen durfte. Für die Römer, die ihre Gottheiten weitgehend von den Griechen übernommen hatten und sie als Statuen von menschlichem Aussehen verehrten, für die aber ihre eigenen uralten Gottheiten wie die Laren und Penaten ursprünglich formlose Wesen waren, während sie Tiere als res, als eine Sache, betrachteten, muss die Verehrung von Tiergottheiten schlichtweg unbegreiflich gewesen sein. Die konservativen römischen Senatoren verurteilten diese Tierkulte als unrömisch und drängten, wie der wortgewaltige Cicero in seinen Reden, immer wieder darauf, die „Anbetung von Katzen, Ibissen und anderem Getier“8 auf römischem Boden zu verbieten. Doch diese Kultformen überlebten, vor allem infolge des Interesses der Damenwelt, und mutierten schließlich zu Geheimsekten, in denen vor allem die Unterwelt-Gottheiten eine wichtige Rolle spielten.

Spätestens, seit man in Rom Cleopatras luxuriöse Hofhaltung in deren Gastvilla kennengelernt hatte, war es für die römischen Damen eine Frage des guten Tones, eine oder auch mehrere Katzen zu halten. Die Damen mit den großen Namen – Servilia, Fulvia, Clodia und wie sie alle hießen – wetteiferten dann wohl in der Haltung schöner Katzen. Selbst die Vestalischen Jungfrauen hatten solche in ihrem Tempelhaus; freilich nur weibliche, da das Haus der Vesta, der Hüterin des heiligen Herdfeuers, für alles Männliche verboten war. Der Nachwuchs an kleinen Katern wurde erbarmungslos ausgemustert und ertränkt. Die Katzen der Vesta mussten sich ihre Partner also wohl oder übel außerhalb des Hauses suchen.

Sicher ist, dass etwa zu Lebzeiten Caesars die Katze das Wiesel als Mäuse- und Rattenvertilger ablöste. Früher hatte man in Rom vielfach Wiesel zu diesem Zweck gehalten, doch waren diese kleinen marderartigen Tiere viel unzuverlässiger. Sie richteten nicht selten in den Häusern Schäden an und verbreiteten zudem einen scharfen Raubtiergeruch, der sie als Mitbewohner nicht gerade beliebt machte. Abgesehen von den Villen der Reichen mit ihren ausgedehnten Gärten muss man sich das antike Rom als ein Gewirr von mehr oder minder engen Straßenzügen vorstellen, an denen die so genannten „insulae“ errichtet waren, mehrstöckige Mietshäuser, die sich um einen Innenhof gruppierten; in ihnen teilten sich die weniger begüterten Einwohner der Stadt kleine Handwerker- und Kaufmannsläden im Erdgeschoß sowie größere und kleinere Wohnungen, oft auch nur einzelne Räume, in den Obergeschoßen. In den meisten dieser ebenso bunten wie fast immer baufälligen Gebäude gehörte es zu den fragwürdigen Gewohnheiten der Bewohner, dass ihr Unrat oft genug dort landete, wo er eigentlich nicht hingehörte. Man kann sich ohne großen Aufwand an Fantasie vorstellen, dass diese Wohnkomplexe ein wahres Dorado für die gefräßigen und nicht ungefährlichen Nager darstellten und die Katze daher in der Urbs Romana ein überreiches Betätigungsfeld fand. Die großen kräftigen Tiere nahmen es durchaus mit den größten Rattenschwärmen auf, die nicht nur das römische Kanalsystem, sondern auch die großen Getreidespeicher bevölkerten. Da es alljährlich eine der wichtigsten Aufgaben des Senats war, dafür zu sorgen, dass sich in der übervölkerten Stadt der Getreidepreis in Grenzen hielt, war es notwendig, für ein ausgeklügeltes System der Vorratshaltung zu sorgen, was ohne die tatkräftige Mithilfe der Katzen kaum möglich gewesen wäre. Diese waren also, wie schon in ihrem Herkunftsland Ägypten, sowohl Luxus- als auch Nutztiere. Zu göttlichen Ehren brachten sie es in Rom allerdings nicht.

Nachdem sie dort einmal heimisch geworden waren, schien dies ihrer Verbreitung in Richtung Westen äußerst förderlich. Zunächst waren es wohl die Städte Latiums und der übrigen italienischen Halbinsel, in denen sich die Katze schneller ein „römisches Bürgerrecht“ eroberte, als dies bei den menschlichen Einwohnern der Fall war, die mehrere fürchterliche Kriege brauchten, bis sie ihr Ziel schließlich erreichten.

Nicht immer waren die Römer mit den Allüren der neu eingebürgerten „catta“ einverstanden. (Die Bezeichnung cattus oder catta soll übrigens von dem bissigen Epigramm-Dichter Martial erfunden worden sein. Die Griechen nannten sie aílouros, die „Schwanzwedlerin“. In lateinischen Texten wurde sie auch musio oder murilegus, die „Mäusefängerin“, genannt.) Viele Römer nahmen der Katze vor allem ihren Umgang mit Vögeln übel. Sie liebten es nämlich, in großen Volieren Singvögel, aber auch Rebhühner zu halten, was sowohl die Neugierde, als auch den Appetit der zugezogenen Jägerin erregte. So entrüstet sich Agenthius, ein Philosoph des 6. Jahrhunderts:

Wie kann die Katze, die meinen Lieblingsvogel getötet hat, hoffen, in meinem Haus zu leben? Nein, mein geliebtes Rebhuhn, ich lasse dich nicht ungerächt! Auf deinen Überresten werde ich die Übeltäterin opfern, die dir das Leben geraubt hat.9

Ein gewisser Damocharis10, ein Grieche, stimmt in das Klagelied ein:

Du hast übel gehandelt und bist wie einer der Hunde des Actäon. Du betrübst deinen Herrn, als wenn du ihn selbst verzehrt hättest! Du Schlimme träumst nur von Rebhühnern, während im Haus die Mäuse tanzen und die delikatesten Leckerbissen auffressen!11

Wie es scheint, ist sie den schlechten Ruf, den sie sich als Vogelmörderin bei den alten Römern erworben hatte, bis in unsere Zeit nicht losgeworden.

Auf ihrem Weg nach Norden und Westen folgte die Katze den Legionen, notwendigerweise, denn sie wurde gebraucht. Wo diese auch hinzogen, siedelte sich in den folgenden Jahrhunderten auch die Katze an. Nachdem Caesar durch seine Kriege die Provinz Gallien befriedet hatte, wurde sie in den römisch-gallischen Siedlungen, welche die Keimzellen der späteren Städte waren, schnell heimisch und wachte dort wie überall, wo man sie aufnahm, darüber, dass Mäuse und Ratten nicht überhand nahmen. Einige römische Legionen scheinen die Katze sogar als Wappentier verwendet zu haben. Palliot, ein französischer Drucker und Heraldiker des 17. Jahrhunderts, berichtet von einer Legion „Ordines Augustei“, die eine meergrüne Katze auf silbernem Grund als Wappen hatte, und von einer anderen, „Felices Seniores“, einer Legion der „Altgedienten“, heißt es, sie habe eine halbe rote Katze auf ihren Schildern gehabt. Schon 200 Jahre v. Chr. muss die Katze im republikanischen Rom eine gewisse Rolle gespielt haben. Als Tiberius Gracchus seine römischen Landsleute dazu veranlasste, der Göttin der Freiheit, Libertas, einen Tempel zu errichten, wurde diese darin als Frauengestalt dargestellt, der zu Füßen eine große Katze ruhte – gleichsam als Symbol der Freiheit selbst.

Weil die Legionen nicht nur über Land, sondern auch zu Schiff unterwegs waren, setzte die unternehmungslustige „Mau“, die bei den Römern cattus genannt wurde, sogar in die geheimnisvollen Nebelreiche Britanniens über, wo sie von den dort ansässigen Druiden jedenfalls freundlicher willkommen geheißen wurde als die römischen Invasoren. Es scheint, dass die Völker gälischen und keltischen Ursprungs eine besondere Antenne für das geheimnisvoll-magische Wesen der Katze hatten.

Wiewohl die Katze im Allgemeinen dem Wasser lieber misstraut, hatte sie doch als Schiffskatze einen beachtlichen Ruf zu verteidigen. Sie war, nachdem das ägyptische Embargo einmal durchbrochen war, auf so gut wie allen Routen des Mittelmeers als unentbehrliche Begleiterin unterwegs. Die Phönizier waren wohl die ersten, die den Bann gebrochen hatten, und sie waren es auch, die in den Hafenstädten einen schwungvollen Handel mit der pelzigen Ware trieben. Für die Schiffe, die in den Mittelmeerhäfen anlegten, war die Mitnahme von Schiffskatzen ein absolutes Muss, um ihre Handelsgüter vor Mäuseschäden zu bewahren. Aber nicht immer waren die Absichten, die man den Katzen entgegenbrachte, die besten. Manche Händler spezialisierten sich darauf, ihnen in des Wortes wahrstem Sinne das Fell über die Ohren zu ziehen. Pelzmützen und Verbrämungen aus Katzenfellen waren vor allem in Griechenland eine begehrte Handelsware.

Der spitzzüngige Komödiendichter Aristophanes, der sich in seinen Stücken bekanntlich kein Blatt vor den Mund nahm, beschreibt schon im 4. Jahrhundert vor Christus die Finessen eines Pelzhändlers, der sich auf Katzenpelze spezialisiert hatte. In manchen Gegenden Griechenlands und Kleinasiens wurden die Tiere zu diesem Zweck sogar gezüchtet. Erst mit der Ausbreitung des Islam im Vorderen Orient erhielt die Katze wieder einen prominenten Platz in der Gesellschaft. Dank Mohammeds Vorliebe für dieses Tier wurde es verboten, sie mutwillig zu töten.

Im Norden hatte die Katze unterdessen den Limes übersprungen, jene Grenzlinie, welche die zivilisierte romanisierte Welt von den Wäldern der Germanen trennte. Dort hatten längst wilde Kleinkatzen wie der Luchs und die Nordische Waldkatze ihre Reviere abgesteckt. Letztere war von Körperbau und Farbe her eine enge Verwandte der Hauskatze, sodass eine Paarung gelegentlich vorkommen konnte, wobei sich wohl auch Mischformen ergaben. Im Übrigen gelangte die Katze, sei sie nun halb wild oder zahm gewesen, auch bei den Germanen in die Mythologie, als Gespann für den Himmelswagen, mit dem die Frühlings- und Fruchtbarkeitsgöttin Freya, die Gattin des Lichtgottes Baldur, zu ihrem Göttersitz nach Asgard fuhr.

Die enge Verbindung der antiken heidnischen Götter mit ihren heiligen Tieren wurde diesen schon bald nach der Einführung des noch jungen Christentums als römische Staatsreligion zum Verhängnis. Zwar war der Kult einiger exotischer, vor allem ägyptischer Gottheiten zugunsten einer Art von Staatsreligion, die im so genannten Kaiseropfer gipfelte, schon in der Spätphase des römischen Imperiums als „unrömisch“ angesehen und verbannt worden. Mit dem jungen Christentum ging diese Entwicklung noch weiter. Die von den Juden übernommene streng monotheistische Ausrichtung musste notwendigerweise zur Ablehnung des gesamten antiken Götterkosmos führen. Allerdings gingen die Verkünder der neuen Lehre nicht so weit, die antike Götterwelt bloß als Chimäre zu betrachten, die nur in der Vorstellung ihrer Verehrer existierte. Vielmehr wurde sie gleichsam in ihr Gegenteil verkehrt und pervertiert. Die Folge war eine „Kulturrevolution“ von enormem Ausmaß. Auf die Christenverfolgungen, die sich zur Verteidigung der antiken Staatsreligion als äußerst ungeeignet erwiesen hatten, folgte eine Art von Bildersturm der neuen, von Kaiser Konstantin geförderten Religion, des Christentums. Mit der planmäßigen Zerstörung von Tempeln und Götterstandbildern, die im Übrigen in der Spätzeit des Römischen Reiches kaum mehr als Glaubenssymbole betrachtet wurden, sondern vielmehr Sinnbilder für das römische Lebensgefühl waren, gingen der Menschheit unzählige bedeutende Kunstwerke und Zeugnisse jener alten Kulturen verloren.

Mit dem Höllensturz der alten Gottheiten stürzten auch die ihnen verbundenen „heiligen Tiere“ von ihrem Piedestal. Man reduzierte sie nicht auf ihren natürlichen Stellenwert als „Mitgeschöpfe“, nein, sie mutierten vielmehr als Helfershelfer dieses neu etablierten dämonischen Kosmos. Weil der Ziegenbock einst als Verkörperung des alten Hirtengottes Pan gegolten hatte, wurde er nun zu einer Erscheinungsform des allgegenwärtigen Teufels und seiner Dämonen. Und weil die Katze als heiliges Tier der ägyptischen Fruchtbarkeitsgöttin Bastet und als Begleiterin der griechischen Mondgöttin Artemis oder der römischen Diana betrachtet worden war, wurde sie etliche Jahrhunderte später zum „Hexentier“, das die schon um ihres Geschlechts willen gefährlichen Frauen zum Hexensabbat begleitete und ihnen bei ihren Umtrieben hilfreich zur Seite stand, wie nicht nur das leichtgläubige Volk, sondern leider auch die in Philosophie und Theologie bewanderten Doctores zu wissen glaubten.

Doch noch war es nicht soweit. Die Katze hatte, was immer die frommen Dogmatiker auch sagen mochten, eine starke Lobby in den frühchristlichen Anachoreten und bei den Einsiedlermönchen, wie wir sie aus dem nordafrikanischen und kleinasiatischen Raum kennen. Das gilt aber auch für die Klostergemeinschaften Irlands und der englischen Inselwelt, deren Mitglieder als Erste aufbrachen, um den Völkern des europäischen Kontinents unter Einsatz ihres Lebens das „lumen Christi“, das Licht des Glaubens, zubringen. Ihnen allen war die Katze eine willkommene und notwendige Gefährtin ihres entsagungsreichen Lebens. Die „Klosterkatze“ war unter dem segensreichen Einfluss der Religion gleichsam zu einem „frommen Tier“ geworden, dem man ohne Bedenken auch den Zugang zu heiligen Räumen gewähren konnte. Der Umgang mit Weihwasser und Weihrauch hatte sie gleichsam „entdämonisiert“. Was nicht hieß, dass sie damit auch völlig domestiziert worden wäre. Im Gegenteil, sie ging noch immer ihre eigenen Wege, trieb sich nächtens auf Dächern und wilden Pfaden herum, doch überzeugte sie die Menschen, mit denen sie ihr Leben teilte, von ihren guten Seiten, zumal sie unentbehrlich schien, wenn es etwa galt, die Kostbarkeiten einer Klosterbibliothek vor dem vernichtenden Mäusebiss zu bewahren.

Anders stand es um die „weltliche Katze“. Sie lebte schließlich in einer nicht sakralen und daher teuflischen Einflüssen zugänglichen Umwelt, und es war nicht gewiss, ob sie sich nicht bei der einen oder anderen Gelegenheit in einen Dämon verwandelte. Die Gefahr war umso größer, als die Katze in erster Linie dem innerhäuslichen Bereich angehörte, der dem Weiblichen zugeordnet wurde. Katze und Frau – das war eine Beziehung, die den frommen Kirchenvätern nicht geheuer war.

Gott hat die Katzen geschaffen, damit der Mensch das Vergnügen habe, den Tiger zu streicheln.

Joseph Mércy (im Gespräch mit Victor Hugo)

Kapitel 3

Zwischen Kirchenbank und Gottesacker

Die christliche Missionierung des Abendlandes bewegte sich in zwei Richtungen: von Süd nach Nord durch die Klostergründungen des Benediktinerordens und seiner Ableger und von West nach Ost durch das iro-schottische und angelsächsische Mönchstum. In beiden Fällen ging die Ausbreitung des neuen Glaubens Hand in Hand mit einer Neu-Kultivierung und Erschließung weiter Teile des Kontinents. Die Klostergründungen wurden zu wichtigen kulturellen Zentren: Ihnen verdanken wir lateinisches Schrifttum, die Erkenntnisse der antiken Literatur und Wissenschaft, Rechtsvorschriften aller Art, aber auch die Beschäftigung mit Künsten und Kunsthandwerk sowie wesentliche Impulse für die Landwirtschaft und vor allem den Weinbau. Was wir von den Anfängen des Mittelalters wissen, war aus den Codices und Scripturen zu erfahren, die in den Klöstern verfasst und aufbewahrt wurden. Diese Klöster überzogen weite Teile Europas wie ein Netz und waren für die Herrschenden jener Epoche unverzichtbar, weil sie nicht nur für die Ordnung, sondern weitgehend auch für den Wohlstand des Landes sorgten. Da die Angehörigen der geistlichen Stände so gut wie die Einzigen waren, die die Kunst des Schreibens und Lesens beherrschten, waren sie auch für die Aufrechterhaltung des politischen Systems unverzichtbar. Alkuin etwa, der Kanzler Kaiser Karls des Großen und einer der größten Gelehrten seiner Zeit, war ebenso ein Mönch wie die meisten Mitglieder seiner Reichskanzlei, und das galt auch noch für die späteren Kaiser des Mittelalters: Rechtswesen und Verwaltung lagen fast ausschließlich in der Hand des Klerus.

Aus Klosterchroniken und anderen in Klöstern überlieferten Schriften stammt unser gesamtes Wissen über die frühen Jahrhunderte nach dem Zerfall des Römischen Reiches. Heiligenlegenden und so genannte Pönitenzbücher12 geben uns wertvolle Aufschlüsse über das soziale und gesellschaftliche Leben, aber auch über die Beziehung zwischen Mensch und Tier in jenen fernen Zeiten.

Book of Lismore13